Nachbericht Dienstag 14.07.2008
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Impressionen von der Organisation eines Weltranglistenturniers
Vom Wäsche waschen, Steak grillen und anderen Geschichten
Nachdem am vergangenen Sonntag die 17. Römerberg Open mit dem Finalsieg Andre Begemanns zu Ende gegangen sind, möchten wir nach der Berichterstattung über die Spieler und deren Ergebnisse im Laufe der Woche zum Abschluss unseren Lesern auch einmal die Hintergründe des Turniers beleuchten, das organisatorische wie logistische Beiwerk soll heute im Fokus der Öffentlichkeit erstrahlen.
Im Gespräch mit Open-Manager Hubert Bohlender gab uns dieser bereitwillig Auskunft über die vielen großen und kleinen Aufgaben, die es bei den inzwischen zum dritten Mal als ITF-Future-Turnier ausgetragenen Römerberg Open zu bewältigen galt.
80 Helfer pausenlos im Einsatz
Für den reibungslosen Ablauf waren nahezu 80 Helfer aus allen Bereichen im Dauereinsatz: vom Catering (Küche und Getränke) über den clubeigenen Cafetria-Service, den Platzservice unter der Leitung von Wolfgang Walter bis hin zum Fahrservice für die Teilnehmer wollte an alles gedacht sein. Die gesamte Turnierleitung sei permanent mit den vielfältigsten Aufgaben beschäftigt gewesen: die Wäsche der Spieler musste gewaschen, Hotels reserviert werden. Sogar Privatunterkünfte standen den Tennisprofis zur Verfügung.
Während der eine also Würste und Steaks grillte, war ein anderer damit beschäftigt, die Anzeigetafeln auf dem Platz zu drücken, wiederum ein anderer verkündete über die Lautsprecher die nächste Spielpaarung, und die Akteure wurden den Zuschauern kurz vorgestellt. Die jeweiligen Tagesergebnisse wurden in Windeseile online auf der Vereinshomepage aktualisiert, mit Beginn der Begegnungen des Hauptfelds am Dienstag geschah dies sogar stündlich, um denjenigen Fans, die - aus welchen Gründen auch immer - das ein oder andere Match nicht live vor Ort verfolgen konnten, stets auf dem Laufenden zu halten. „Schneller ging es kaum noch“, äußerte sich Perfektionist Bohlender zufrieden, um dann noch schnell zu ergänzen, dass man fürs nächste Jahr zur weiteren Optimierung des Ergebnisdienstes eventuell einen Live-Ticker einführen wird - „wenn dies finanziell realisierbar ist“.
Spielerlounge und kostenloser Internetzugang als besonders Bonbon für die Spieler
Den Akteuren stand in diesem Jahr in einem extra aufgebauten Zelt auf der Wiese vorm Clubheim eine “Spielerlounge“ zur Verfügung, in der sie bei Computer- und Tischfussballspielen Zerstreuung vom Turnieralltag finden konnten.
Im Clubheim selbst standen PC's mit kostenlosem W-Lan-Internetzugang parat, um den aus aller Herren Ländern angereisten Spielern die Möglichkeit zu geben, auch fern der Heimat stets in Kontakt mit Freunden und Familie zu bleiben.
Gerade auch wegen diesen offerierten, keineswegs selbstverständlichen Zusatzleistungen – Wasser sowie Bananen, Äpfel und Süßigkeiten gingen ebenfalls aufs Haus – kommen Spieler wie der diesjährige Open-Gewinner Andre Begemann immer wieder gerne in die pfälzische Gemeinde vor den Toren Speyers. Auch den Zweitligaspielern der 1. Herrenmannschaft des TCR sowie deren Gästen werden diese Annehmlichkeiten in der demnächst beginnenden Saison in der 2. Tennis-Bundesliga weiterhin zur Verfügung stehen.
Friemel : „Römerberg Open eines der drei Topturniere der ITF-Future Serie in Deutschland“
Aber auch dem sechsköpfigen Schiedsrichtergespann um den jungen, sympathischen Supervisor Sören Friemel - einem der Topmänner der Branche, der regelmäßig weltweit auf allen Turnieren der ATP-Tour im Einsatz ist und unter anderem für die Ausbildung der Supervisor verantwortlich zeichnet – gefiel es in Römerberg außerordentlich. „ Vor allem die (bereits oben angesprochenen) Süßigkeiten waren vor den Schiris nicht sicher“, schmunzelte Bohlender über deren unbändige Gier nach Gummibärchen und co. „Im Ernst, wir hatten nette, höchst kompetente Schiedsrichter auf der Anlage.“
Sören Friemel gab das Kompliment sogleich an den Vorsitzenden des Förderkreises zurück und zählte die Römerberg Open vom organisatorischen Standpunkt betrachtet zu „einem der drei Topturniere der ITF-Future-Serie in Deutschland“. Er hatte kaum etwas zu bemängeln, lediglich minimale Verbesserungsvorschläge habe er Bohlender gegenüber angeraten. So wies er auf das Fehlen eines Arztkoffers vor Ort hin, unter anderem Mittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen und Kopfschmerzen seien immer sinnvoll. „Gerade auch solche kleinen Tipps nehme ich von einem so erfahrenen Mann gerne entgegen“, der – bei aller Planung im Vorfeld - „an so etwas beileibe nicht gedacht hatte“.
Zufrieden zeigte er sich auch über das Zuschauerinteresse, insgesamt seien etwa 1100 Fans zu den Spielen gepilgert, davon alleine 350 zum Finale. Gerade am Finaltag waren die Kapazitäten vollends erreicht, die Anlage drohte aus allen Nähten zu platzen. Deshalb macht sich Bohlender bereits Gedanken über Möglichkeiten, wie das Platzangebot für die Zweitbundesliga-Duelle erhöht werden kann. Gewiss wird dem “Macher“ und seinem Team auch dazu eine Lösung einfallen.
Zuletzt sprach Bohlender noch allen Sponsoren und Helfern für deren Engagement seinen Dank aus. Speziell erwähnte er die Helfer des DRK sowie das Physiotherapie-Team um Klaus Bittlinger von der „Gesundheitswerkstatt“ in Römerberg, die ebenfalls die Woche über nonstop auf der Anlage weilten. Stellvertretend für alle Helfer wurde in diesem Jahr Helga Doppler bereits am Sonntag während der Siegerehrung der Endspielteilnehmer wegen ihres „jahrelangen, unermüdlichen Einsatzes rund um den Verein“ geehrt, „ denn ohne das Zutun der vielen Ehrenamtlichen wäre ein solches Event gar nicht erst zu stemmen.(ant)
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