Presseberichte 19/06 der German Masters Series
GERMAN MASTERS SERIES
Ribe-Cup 2006 – ITF Men’s Futures - 10.000 US-Dollar Preisgeld - Nürnberg
Aus der Qualifikation heraus spielt sich Sieber (Rot-Weiß Straubing) ins Finale
Knöchelverletzt unterlag er Thomas Schiessling - Doppelerfolg für Duo Bonati/Bram
Nürnberg. Trotz des teilweise katastrophalen Wetters gab es auf der Anlage des RC Herpersdorf in Nürnberg beim mit 10.000 US-Dollar Preisgeld dotierten ITF Men’s Future-Turnier der GERMAN MASTERS SERIES Spitzentennis zu sehen. Die gebotenen Superleistungen bei den >Internationalen Nürnberger Tennismeisterschaften um den Ribe-Cup 2006< bestätigten Turnierdirektor Rainer Gunther in seiner Einschätzung: „Wir wollen den jungen Spielern die Möglichkeit geben, die ersten wichtigen ATP-Weltranglistenpunkte im eigenen Land zu erzielen. Mit dem Slogan >BTV Winners Davis Cup 2010< unterstützen und fördern wir die Arbeit des Bayerischen Tennis-Verbandes und des Deutschen Tennis Bundes und suchen gemeinsam den zukünftigen Davis Cup-Spieler 2010.“
Wie wertvoll diese ITF-Turniere für die jungen Deutschen sind, ist an der Siegerliste der GERMAN MASTERS SERIES der Saison 2006 abzulesen. Bisher wurden 14 Herrenturniere dieser internationalen Preisgeldkategorie ausgetragen und dabei konnten sich mit Andreas Beck (Waldau Stuttgart), Torsten Popp (TC Ravensburg), Tobias Summerer (Blau-Weiss Neuss), Mischa Zverev (Sportpark Windhagen), Lars Pörschke (TEV Kronberg), Franz Stauder (TV Espelkamp-Mittwald) und Tobias Kamke (Uhlenhorster HC Hamburg) gleich sieben nationale Tennisspieler als Sieger behaupten. Dass es beim >Ribe-Cup 2006< nicht den achten deutschen Turniersieger gab, war beim 18-jährige Qualifikanten und Finalisten Marc Sieber (Rot-Weiß Straubing) die Folge seiner zweiwöchigen Turnierstrapazen. In diesen vierzehn Tagen hatte er nämlich 13 Matches bestreiten und quälte sich trotz einer Knöchelverletzung durchs Finale.
Die rund 200 Zuschauer sahen von Beginn an wie sich Sieber mit dem verletzten Knöchel bemühte, das Endspiel zu bestreiten. Immerhin hatte er sich innerhalb der vergangenen zwei Wochen von Position 1480 der ATP-Weltrangliste nach dem Viertelfinale von München und dem Finale in Nürnberg um rund 600 Plätze gesteigert und wird nun auf Position 850 notiert. „Ich habe versucht so lange wie es geht zu spielen, um dem Publikum ein gutes Match zu zeigen“, sagte der 18-jährige bayerische Junior, der sich letztlich dem Österreicher Thomas Schiessling (ATP 754) in nur 42 Minuten mit 0:6, 0:6 geschlagen geben musste.
Turnierdirektor Rainer Gunther betrachtete das kurze Finale jedoch nicht als Ausfall. „Wir hatten mit dem amtierenden Deutschen Rollstuhltennismeister Peter Seidel und seinem Partner Deuschl eine hervorragende Rollstuhldemonstration gehabt. Und da außerdem Turniersieger Schiessling nach der Siegerehrung mit den Rollstuhlfahrern noch ein Doppel bestritt, hatten wir ein tolles Programm bieten können.“ Höhepunkt dieses Rahmenprogramms war jedoch die Gesangseinlage von Tanja Hamleh. Die 28 jährige Mannheimerin, letztes Jahr noch als Hauptdarstellerin des Musicals Rachel beim Weltjugendtag in Deutschland, passte ins Bild der Veranstaltung. Mit dem Slogan „Gemeinsam sind wir stark“ titelte der Turnierchef die Veranstaltung, die allerdings auf Grund der Schulferien nicht den gewünschten Zuschauerzuspruch hatte. „Wir werden uns um einen anderen Termin bemühen“, sagte RC-Präsident Hofmann, der ansonsten mit dem Turnier sehr zufrieden war.
Begonnen hatte der finale Sonntag mit dem Endspiel der Doppelkonkurrenz. In diesem siegte der Italiener Luca Bonati mit seinem luxemburgischen Partner Laurent Bram. Sie hatten als topgesetztes Duo keine Mühen die beiden Tschechen Petr Frelich/Filipp Zeman mit 6:2 6:4 zu besiegen. Die tschechischen Finalisten hatte zuvor im Halbfinale das deutsche Paar Peter Steinberger/Mike Steinherr (TC Übersee/MSC München) mit 6:3, 3:6, 6:2 aus dem Wettbewerb spielen können und Peter Torebko (TC Schellenberg Essen) verlor mit Dean Jackson (TC Neheim-Hüsten) ebenfalls in der Vorschlussrunde gegen die späteren italienischen Sieger mit 6:2, 3:6, 3:6.
Die deutsche Beteiligung an diesen >Internationalen Nürnberger Meisterschaften< war groß, auch wenn zum Beispiel für den 16-jährigen Ralf Regus (MTV Bamberg) und dem ein Jahr älteren Philipp Regnat (DRC Ingolstadt) sowie Marc Meigel (ATP Entry List 1447/SV Schloß Neubeuern), der Nummer Eins der deutschen U18-Jugendrangliste, drei talentierte Nachwuchskräfte bereits in der Qualifikation hängen blieben. Für sie sind die gemachten Turniererfahrungen wichtiger als so mache Trainingstunde. Dies gilt auch für den deutschen Nachwuchsmann Frank Wintermantel (ATP 1447) vom Zweitligisten TC Wolfsberg Pforzheim, der mittels Wild Card ins 32er Hauptfeld gekommen war. Der 17-Jährige besiegte überraschenderweise in seinem Auftaktmatch den an Position Acht gesetzten Österreicher Markus Egger (ATP 888) mit 6:2, 6:2, ehe er sich dem aus der Qualifikation gekommenen Hannoveraner Stefan Seifert (ATP 854) mit 1:6, 4:6 geschlagen geben musste.
Seine Chance zu nutzen wusste der ebenfalls mit einer Wild Card ins Turnier gekommene 18-jährige Julian Bley (ATP 1571). Der für den TSV Karlstedt spielende Nachwuchsmann kam zunächst durch die verletzungsbedingte Aufgabe von Martin Emmrich (ETUF Essen) ins Achtelfinale und warf anschließend Jean Zietsman (TV Fürth 1860) in drei Sätzen (3:6, 7:5, 6:3) aus der Konkurrenz. „Er hat seine Chance genutzt, und sich zwei ATP-Weltranglistenpunkte erspielt“, lobte Gunther den jungen Bayer, der in der Runde der letzten Acht Marc Sieber vom TC Rot-Weiß Straubing mit 2:6, 2:6 unterlegen war. Dem Straubinger blieb es letztlich auch vorbehalten, den Lokalmatador Daniel Lustig (ATP 1020) aus der Konkurrenz zu spielen. Der für den RC Herpersdorf spielende Tscheche konnte bei seinem Heimturnier gefallen, denn er stoppte unter anderem im Viertelfinale seinen topgesetzten Landsmann Jakub Hasek (ATP 470) mit 6:3, 7:5.
Im Halbfinalduell gegen Sieber konnte Lustig die Auseinandersetzung offen gestalten, aber nicht den Satzverlust verhindern. Als dieser dann im Tiebreak verloren ging, war beim Herpersdorfer Regionalligaspieler die Konzentration verloren und letztlich mit 6:7(5), 2:6 das gesamte Match. In die Phalanx der gut aufspielenden deutschen Tenniscracks konnte sich auch der aus der Qualifikation gekommene Andreas Kauntz (ATP 1571/TV Fürth 1860) einreihen, der letztlich erst in der Vorschlussrunde zu stoppen gewesen war. Dem mittelfränkischen Spieler blieb es vorbehalten, den an Nummer zwei gesetzten Tschechen Theodor Devoty (ATP 724) mit einem 6:2, 1:6, 6:2-Sieg den weiteren Turnieraufenthalt zu verhindern.
Nicht gerade als Freund der deutschen Tennisspieler erwies sich der Österreicher Thomas Schiesling (ATP 754) vom TC Großhesselohe. Der aus Innsbruck stammende 31-jährige Profi, vor Jahren bereits unter den besten 250 Tennisspielern der Welt notiert, besiegte auf dem Weg ins Finale gleich drei schwarz-rot-goldene Cracks. Nach seinem Zweisatzsieg in der ersten Runde gegen den Tschechen Jan Subota (ATP 1091) folgten jeweils Zweisatzsiege gegen seinen Teamkollegen Peter Gojowczyk (TC Großhesselohe), dem Niedersachsen Stefan Seifert (HTV Hannover) und letztlich ein 6:3, 6:0-Erfolg in der Vorschlussrunde gegen den Fürther Kauntz. Mehr über dieses Turnier ist im Internetportal unter www.ribe-cup.de zu finden.
GERMAN MASTERS SERIES
Zoller-Hof Cup – 5.000 Euro Preisgeld – TC Überlingen
Hattrick für Mark Joachim (TC Johannesberg) – Finalsieg gegen Fitz (TV Reutlingen)
Kein Doppelfinale – Sieger Neunteibl/Amend – Fragwürdige Absage von Luis Löffler
Überlingen. „Sonnenschein am Bodensee“, vermeldete Turnierleiter Markus Dufner vor dem Finale um den Zoller-Hof-Cup beim TC Überlingen, einem nationalen Herren-Turnier um 5.000 Euro Preisgeld der GERMAN MASTERS SERIES. Und angesichts des guten Wetters kamen rund 500 Zuschauer zur am See gelegen Tennisanlage und sahen ein denkwürdiges Endspiel. Dies bezieht sich nicht unbedingt auf die sportlichen Leistungen, obwohl es daran nichts auszusetzen gibt, sondern viel mehr auf den Sieger. „Ich komme gerne hier hin“, so Mark Joachim, „denn die wunderschön gelegene Anlage am Bodensee und die damit verbundene Region gefällt mir sehr gut.“ Dies sind keine leeren Floskeln, denn tatsächlich spielt der 33-jährige Mark Joachim vom TC Johannesberg in Überlingen erfolgreich wie nirgendwo. So bedeutete sein 7:6, 6:3-Finalsieg über den Reutlinger Bundesligaspieler Sebastian Fitz Hattrick: Es war sein dritter Turniersieg in Folge.
Dieser Erfolg war für den Ex-Dinslakener Bundesligaspieler Joachim nicht unbedingt zu erwarten, denn er ging als Nummer Vier der Setzliste in den Wettbewerb. Die Favoritenbürde trug der topgesetzte Sebastian Fitz, der dies zu bestätigen wusste. Zumindest bis zum Finale, denn drei überzeugende Zweisatzsiege und ein 3:6, 6:2, 6:0-Erfolg im Halbfinale gegen Nico Hegge (Blau-Weiß Villingen) unterstrichen dies. Während die Nummer Zwei der Setzliste, der Tscheche Richard Drazny (TB Erlangen) verletzungsbedingt im Viertelfinale aufgeben musste, spielte sich der Titelverteidiger souverän durch die Runden.
So auch in der Vorschlussrunde, als sich Joachim mit einem 6:3, 6:1-Sieg über den Österreicher Marko Neunteibl (TC Kassel) die Finalteilnahme erspielt hatte. Im finalen Duell war vor allem der erste Satz eine spannende und sehenswerte Angelegenheit. Der 27-jährige Fitz, mit 1,94 Meter ein hünenhafter Tennisspieler, servierte erwartungsgemäß druckvoll von der Grundlinie, doch der zweifache Überlingen-Gewinner wusste geschickt zu retournieren. Andererseits verstand es Joachim auch immer wieder bei eigenem Aufschlag sein Grundlinienspiel aufzuziehen. Angesichts der spielerischen Ausgeglichenheit musste der Tiebreak den ersten Satz entscheiden und als Mark Joachim diesen zu seinen Gunsten entschieden hatte, war das Match gelaufen.
Was folgte war noch ein Showmatch im Doppel, denn das eigentliche Finale musste gecanzelt werden. Beim sonntäglichen Weißwurstfrühstück hatte sich Finalist Luis Löffler (TC Schönberg) kurzfristig wegen einer Verletzung abgemeldet, die Turnierleiter Markus Duffner nicht so recht nachvollziehen konnte: „Dem werde ich nachgehen und hoffe, dass Luis wirklich eine Verletzung hatte und nicht irgendwo anders noch aufgetaucht ist.“ Demzufolge wurde das Kasseler Duo Marko Neunteibl/Christopher Amend kampflos Turniersieger.
GERMAN MASTERS SERIES
Internationale Westfälische Tennismeisterschaften um den Herforder Pils-Cup
ITF Women’s Circuit – 10.000 US-Dollar Preisgeld – Bielefelder TTC
17-jährige Julia Görges (Rot-Weiß Wahlstedt) ist sportlich nicht zuhalten
Innerhalb einer Woche zwei Turniersiege – Finalsieg über Sieveke (HTV Hannover)
Doppeltriumph für deutsches Duo Carmen Klaschka/Ozga (TC Augsburg/VfL Bochum)
Bielefeld. Die Spielerin, die in der gesamten Turnierwoche der Internationalen Westfälischen Meisterschaften der Damen um den Herforder Pils-Cup den besten Eindruck hinterließ, hatte am Ende auch die Nase vorn: Julia Görges (Rot-Weiß Wahlstedt/WTA-Weltrangliste 653) sicherte sich durch einen 6:4, 4:6, 6:3-Finalsieg am 27. August über die an Position zwei gesetzte Andrea Sieveke (HTV Hannover/WTA 368) den Titel. Damit gewann die 17-Jährige innerhalb von zwei Wochen ihren zweiten Titel bei einem mit 10.000 US-Dollar dotierten Weltranglistenturnier der GERMAN MASTERS SERIES und klettert nun wieder rund 120 Plätze auf der Weltrangliste nach oben. „Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, am Ende des Jahres zu den besten 500 Spielerinnen der Welt zu gehören. Das habe ich jetzt geschafft“, freute sich die neue Internationale Westfälische Meisterin.
Und sie konnte auch mit Ihrer Leistung im Finale vollauf zufrieden sein. Nach dem gewonnenen ersten Satz musste sie zwar eine Schwächephase überstehen, doch im entscheidenden Moment war sie voll da und diktierte mit ihren harten Grundlinienschlägen das Geschehen auf dem Centre Court. „Bis zum 3:3 im dritten Satz war ich mit meiner Leistung zufrieden, danach hat Julia sehr stark gespielt“, erkannte auch die unterlegene Finalistin Andrea Sieveke den Erfolg ihrer Kontrahentin neidlos an.
Während mit der an Position zwei gesetzten Hannoveranerin schon im Vorfeld zu rechnen war, marschierte Julia Görges als ungesetzte frischgebackene >Internationale Meisterin von Schleswig-Holstein< mit großem Selbstvertrauen durch die Konkurrenz. Dabei bezwang sie unter anderem die an Position vier gesetzte Tschechin Nikola Frankova (WTA 442) ebenso souverän in zwei Sätzen wie im Halbfinale gegen die topgesetzte Justine Ozga (THC im VfL Bochum). Westfalens 18-jährige sportliche Hoffung unterlag mit 3:6, 4:6 dem ein Jahr jüngeren bildhübschen deutschen Nachwuchstalent. Dies gilt allerdings auch für die 19-jährige Andrea Sieveke. Die Niedersächsin blieb bis zum Endspiel ohne Satzverlust und besiegte so im Viertelfinale die gebürtige Bulgarin Maria Geznenge (Uhlenhorster HTC /WTA 488) mit 6:3, 6:1 und in der anschließenden Semifinalbegegnung gegen Carmen Klaschka (TC Augsburg Siebentisch) war auch diese am Ende mit 5:7, 3:6 geschlagen.
Das Thema der Woche war neben dem erstklassigen Tennissport vor allem aber das Wetter. Lediglich der Mittwoch blieb regenfrei und so verwunderte es eigentlich niemanden, dass das letzte Endspiel am Finaltag noch in der Halle ausgetragen werden musste. Im Damen-Doppel standen sich die Zwillingsschwestern Daniela und Sandra Klemenschits (Österreich) sowie Carmen Klaschka (TC Augsburg Siebentisch) und Justine Ozga (THC im VfL Bochum) gegenüber. Durch eine sehr engagierte Leistung verdiente sich das Duo Klaschka/Ozga den Titel. Sie setzten sich mit 6:7(1), 6:3, 6:3 durch. Für Carmen Klaschka war es nach 2004 der zweite Erfolg im Doppelwettbewerb der Internationalen Westfälischen Meisterschaften um den Herforder Pils-Cup.
Neben der gläsernen >Herforder Pils-Trophäe< gab es für Julia Görges noch eine zweite Auszeichnung. Sportliche Leistungen gepaart mit dem Auftreten auf und neben dem Platz - das sind die Kriterien, nach denen die Turnierleitung alljährlich auch den Nachwuchspreis vergibt. Und ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die spätere Turniersiegerin Julia Görges, die mit der Empfehlung einer zweifachen Turniersiegerin (Einzel und Doppel) nach Bielefeld kam. Die sympathische 17-Jährige knüpfte nahtlos an die Leistungen in Wahlstedt an und spielte sich hier ohne Satzverlust durch die Konkurrenz bis ins Finale. Turnierdirektor Marc Kuchenbecker und Heinz Bernsdorff, Mitglied der Turnierleitung, der den Nachwuchspreis des Turniers 2004 ins Leben rief und auch in diesem Jahr die 100 Euro-Prämie stiftete, zeichneten die Schleswig-Holsteinerin aus. Weitere Turnierinfos sind im Internet unter www.bielefeld-open.com zu finden.
Auf einem guten Weg war auch Sebastian Schlüter (Uhlenhorster TC) im Finale der Bielefelder Open der Herren um den Alpecin-Cup gegen Titelverteidiger Marko Neunteibl (Österreich). Beim Stand von 7:5, 1:1 knickte der Uhlenhorster allerdings um. Nach einer Behandlungspause versuchte es Sebastian Schlüter noch mal, doch nach zwei weiteren Spielen und einem 1:3-Rückstand warf er das Handtuch. „Ich hatte in diesem Jahr schon zwei Bänderrrisse und die Schmerzen waren einfach zu stark. Da wollte ich kein Risiko mehr eingehen“, entschuldigte er sich und traf allerorten auf Verständnis. So richtig freuen konnte sich Turniersieger Neunteibl nicht: „Es wäre mir lieber gewesen, wenn ich auf dem sportlichen Wege gewonnen hätte. Ich wünsche Sebastian gute Besserung.“
Trotz der schlechten Witterungsverhältnisse zogen die Turnierdirektoren Marc Kuchenbecker und Jan Miska eine positive Bilanz: „Aufgrund unseres guten Teams – angefangen vom Fahrdienst über BTTC-Platzwart Heinrich Wagner bis hin zum Physiotherapeuten – ist es überhaupt möglich gewesen, trotz der widrigen Umstände das Turnier reibungslos auszurichten. Es wurde hervorragender Tennissport gezeigt, dem durch das schlechte Wetter allerdings zu wenige Zuschauer beigewohnt haben.“
Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV), freute sich, dass es junge Spielerinnen geschafft haben, sich in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu spielen und ihre ersten Schritte auf dem Weg in die Weltspitze zu unternehmen. „Mir wäre es zwar noch lieber gewesen, wenn Justine Ozga zu Titelehren gekommen wäre, doch ihre Halbfinalteilnahme ist auch als Erfolg zu bewerten. Daran sieht man, dass das Konzept des WTV, jungen Spielerinnen vor der eigenen Haustür die Möglichkeit zu geben, auf einem Weltranglistenturnier Fuß zu fassen, aufgeht.“
Auch der gastgebende Bielefelder TTC in Person des 1. Vorsitzenden Dr. Norbert Westhoff zeigte sich von dem Turnier begeistert: „Sportlich gesehen war es in meinen Augen noch hochwertiger als im Vorjahr und der Bielefelder kann damit an seine langjährige Turniertradition anknüpfen.“
GERMAN MASTERS SERIES
Sport Scheck Open 2006 – ITF Men’s Futures - 10.000 US-Dollar Preisgeld - München
Finalniederlage für 19-jährigen Matthias Bachinger vom TC Großhesselohe
Turniersieg an Tschechen Vacek – Doppelerfolg für italienisches Duo Bonati/Livraghi
München. Er war so dicht vor seinem ersten diesjährigen Turniersieg auf der ITF-Future-Ebene, doch es hat nicht sollen sein. Der 19-jährige Matthias Bachinger (ATP Entry List 497) vom Zweitligisten TC Großhesselohe erreichte bei den mit 10.000 US-Dollar Preisgeld dotierten >Sport Scheck Open 2006< der GERMAN MASTERS SERIES in München-Unterföhring das Finale. Ohne Satzverlust war der aus Dachau stammende Jungprofi bis ins Endspiel gekommen, doch die deutsche Nummer vier der Setzliste musste sich dem Außenseiter Martin Vacek (ATP 825) überraschend mit 4:6, 4:6 geschlagen geben. Für den 25-jährigen Tschechen war es im Übrigen der erste Sieg, denn bisher hatte es nur zur Finalteilnahme bei einem ITF-Future-Turnier gereicht.
Vor insgesamt gesehen guter Zuschauerkulisse wurde einmal mehr auf der Anlage von Sport Scheck in Unterföhring dieses internationale Herren-Turnier für den Profinachwuchs ausgetragen und diese Chance, zu ATP-Weltranglistenpunkten vor der nationalen Haustür zu kommen, wurde demzufolge auch von den bundesrepublikanischen Spielern genutzt. Gleich fünfzehn Deutsche waren im 32er Hauptfeld vertreten gewesen und Matthias Bachinger war mit seiner Finalteilnahme der erfolgreichste seiner Zunft. Auf seinem Weg ins Endspiel besiegte der Bayer unter anderem den für den Solinger TC spielenden Deutsch-Australier Clint Thomson (ATP 849) mit 7:6(4), 6:2 und in der Vorschlussrunde den an Nummer acht platzierten Jan Stancik (ATP 724) mit 6:2, 6:2.
An dem 23-jährigen Slowaken Stancik war zuvor im Viertelfinale die Nummer zwei der Setzliste, der Tscheche Jakub Hasek (ATP 481/Blau-Weiß Bensheim), mit einer 6:7(4), 4:6-Niederlage gescheitert. Sportlich noch schlechter schnitt dagegen der topgesetzte 22-jährige Jamaikaner Dustin Brown (ATP 473/Rot-Weiß Wiesloch) ab, der bereits sein Erstrundenmatch gegen den ungarischen Qualifikanten Norbert Mazany (ATP 1385/SCC Karlsruhe) in drei Sätzen verlor. Für den Maygaren folgte im Achtelfinale das aus gegen den späteren Turniersieger Vacek, der in den beiden folgenden Matches gegen deutsche Racketschwinger erfolgreich blieb. In der Runde der letzten Acht besiegte er den Qualifikanten Jacek Szygowski (KTHC Stadion Rot-Weiß Köln) – diesjähriger Sieger des Stör-Pokals des TC Kellinghusen - mit 7:6(3), 6:2 und es folgte ein weiterer müheloser Zweisatzsieg im Semifinale. Kontrahent war hier der Niedersachse Stefan Seifert (ATP 925/HTV Hannover), der allerdings ohne große Mühen sich in seiner 2:6, 4:6-Niederlage fügte.
Seifert steckte allerdings noch die Auseinandersetzung aus dem Viertelfinale in den Gliedern, denn mit dem jungen DTB-Kaderspieler Daniel Brands (ATP 519/Wacker Burghausen) lieferte er sich ein packendes Duell. Der 19-jährige Deggendorfer war an Nummer vier gesetzt und er hatte sich zuvor zwei glatte Zweisatzsiege erspielen können, ehe es in der Runde der letzten Acht ungemein schwer wurde. Zwar ging der für den Bundesliga-Aufsteiger Burghausen spielende Brands als Favorit in dieses Match, doch davon war nichts zu sehen. Der erste Durchgang ging an den zwei Jahre älteren Hannoveraner und auch im zweiten Satz war der Bayer nicht die spielbestimmende Persönlichkeit. Zwar konnte er den Satzausgleich herstellen, mehr aber auch nicht. Im dritten Satz bestimmte Seifert wiederum das Geschehen auf dem Tennisrechteck und mit einem 6:3, 5:7, 6:3-Sieg war der Favorit draußen und der Niedersachse im Halbfinale.
Während in der Einzelkonkurrenz am Ende ein Tscheche siegreich war, ging der Turniersieg in der Doppelkonkurrenz an das italienische Duo Luca Bonati/Mattia Livraghi. Das topgesetzte Gespann besiegte im Finale die beiden Niederländer Eric Kuijlen/Marco Marzolla mit 6:3, 6:2. Das Finalistenduo war im Halbfinale gegen das letzte im Wettbewerb vertretene deutsche Paar, Lorenz Ilg/Max Zerhusen (Luitpoldpark München/SVg 91 Münster), mit 2:6, 6:4, 6:2 siegreich gewesen.
GERMAN MASTERS SERIES
Fürstenberg Open – 5.000 Euro Preisgeld – Blau-Weiß Villingen
Angelique Kerber (TC Moers 08) fightet sich zum Turniersieg
Villingen. Der TC Blau-Weiss Villingen war wieder einmal der Austragungsort für ein nationales Damen-Turnier der GERMAN MASTERS SERIES und einmal mehr ging es um 5.000 Euro Preisgeld bei den Fürstenberg Open. Auf der wunderschön gelegenen Anlage, die über neun Sandplätze verfügt und terrassenförmig angelegt ist, triumphierte nach vier Turniertagen die für den TC Moers 08 in der 1. Tennis-Bundesliga spielende Angelique Kerber (DTB-Rangliste 18). Obwohl die Tennisanlage mitten in Villingen gelegen ist, ist sie von viel Wald und Grünflächen umgeben, und macht das Verweilen zum Erlebnis.
Zum Müßiggang war allerdings die 18-jährige Bremerin Kerber nicht gekommen, denn als topgesetzte Spielerin war sie die Favoritin. Und leicht machten es ihr die Konkurrentinnen nicht. Über die Distanz von drei Sätzen musste Kerber sowohl im Achtelfinale bei ihrem Sieg gegen Carolin Habich (TC Amberg am Schanzl) als auch im Halbfinale gehen. Die an Nummer vier gesetzte 26-jährige Nina Dübbers (BASF Blau-Weiss Ludwigshafen/DTB 47), die bis dato auch eine souveräne Vorstellung gab, musste sich am Ende resignierend mit 7:6, 2:6, 0:6 der acht Jahre jüngeren Norddeutschen geschlagen geben.
Sogar elf Jahre älter war Kerbers Finalgegnerin Angelika Roesch (DTB 27) vom LTTC Rot-Weiß Berlin, die an Nummer zwei gesetzt war. In drei überzeugenden Zweisatzsiegen hatte sich die 29-jährige Berlinerin bis ins Endspiel vorgespielt und auf dem Weg dahin unter anderem im Viertelfinale die zehn Jahre jüngere Maren Kaßens (Grün-Weiss Mannheim/DTB 59) mit 6:3, 6:3 und in der folgenden Runde der letzten Vier die an Nummer sechs gesetzte Bianca Eichhorn (TC Radolfzell/DTB 53) mit einem 6:0, 6:2-Sieg ausschalten können. Auch wenn Roesch zuvor über die wesentlich jüngeren Spielerinnen triumphierte, half ihr die Routine im Finale nicht viel weiter. Die druckvoll von der Grundlinie >schießende< Angelique Kerber gewann die Fürstenberg Open letztlich überzeugend mit einem 7:6, 6:4-Sieg.
Korrektur
In der Berichterstattung über die >Ladies Open< wurde fälschlicherweise Gerhard Frommer als 1. Vorsitzender des TC Hechingen bezeichnet. Die ist falsch, denn er ist der Sportwart des Tennisclubs. Nach wie vor ist Ingo Hauffe der 1. Vorsitzende.
GERMAN MASTERS SERIE – Internationale Turniersieger 2006
Datum Kategorie Stadt Preisgeld Einzel-Sieger Doppelsieger
02. Jan. ITF-Future 1 Nußloch 15.000 $+H A. Beck (GER) F. Nielsen/R. Norby (DEN)
09. Jan . ITF-Future 2 Stuttgart 10.000 $ T. Popp (GER) S. Bohli/A, Sitak (SUI/RUS)
10. Jan. TE-Damen 1 Stuttgart 10.000 $ R. Voracova (CZE) D.Jurac/Voracova (CRO/CZE)
16. Jan . ITF-Future 3 Oberhaching 10.000 $ T. Summerer (GER) Eleskovic/Zverev (SWE/GER)
16. Jan. TE-Damen 2 Oberhaching 10.000 $ S. Klaschka (GER) J. Bek/A. Mijacika (CRO)
23. Jan . ATP-Chall. 1 Heilbronn 85.000 $ R. Söderling (SWE) C. Kas/P. Petzschner (GER)
23. Jan . ITF-Future 4 Kaarst 10.000 $ J. Hasek (CZE) R. Grambow/B. Knittel (GER)
30. Jan. ITF-Future 5 Mettmann 15.000 $+H M. Zverev (GER) Petzschner/Stolt (GER/USA)
13. Feb. TE-Damen 3 Buchen 10.000 $ A. Korzeniak (POL) Avdiyenko/Radwanska (UKR/POL)
20. Feb. TE-Damen 4 Biberach 25.000 $ K. Barrois (GER) O.Blahotova/L.Hradecka (CZE)
27. Feb. ATP-Chall. 2 Wolfsburg 25.000 $+H A. Waske (GER) J. Scherrer/Vico, U. (SUI/ITA)
08. Mai. ATP-Chall. 3 Dresden 25.000 $+H S. Greul (GER) Allegro/Mertinak (SUI/SVK)
29. Mai ATP-Chall. 4 Ettlingen 25.000 $+H S. Greul (GER) Mazarakis/Parada (GRE/CHI)
05. Juni ATP-Chall. 5 Fürth 50.000 $+H F. Mayer (GER) Mazarakis/Parada (GRE/CHI)
19. Juni ATP-Chall. Braunschweig 106.250 € J. Hajek (CZE) C. Kas/T. Behrend (GER)
26. Jun. ITF-Future 6 Römerberg 10.000 $ L. Poerschke (GER) J.Hasek/D.Novak (beide CZE)
03. Juli TE-Damen 5 Stuttgart-Vaihingen 25.000 $ Y. Savransky (ISR) Niculescu/Voracova (ROM/CZE)
03. Juli ITF-Future 7 Kassel 15.000 $+H L. Lacko (SVK) Kretschmer/Thomson (GER/AUS)
10. Juli ATP-Chall. 6 Oberstaufen 25.000 $+H M. Tabara (CZE) E. Gulbis/M. Zverev (LAT/GER)
10. Juli TE-Damen 6 Garching 10.000 $ S. Martinovic (BIH) K. Killi/S. Raab (beide GER)
10. Juli ITF-Future 8 Trier 10.000 $ N. Desein (BEL) Brown/Puttkammer (JAM/GER)
16. Juli ITF-Future 9 Espelkamp 10.000 $ F. Stauder /GER) Stauder/H. Dreekmann (GER)
17. Juli TE-Damen 7 Darmstadt 25.000 $ M. Niculescu (ROM) Niculescu/Savransky (ROM/ISR)
24. Juli TE-Damen 8 Horb am Harmersb. 10.000 $ S. Martinovic (BIH) J.Bek/D. Evtimova (CRO/BUL)
24. Juli ITF-Future 10 Wetzlar (nicht GMS) 10.000 $ S. Fitz (GER) Apostu-Ef/Bram (ROM/LUX)
31. Juli TE-Damen 9 Bad Saulgau 10.000 $ A. Sevastova (LET) J. Bek/Steinbach (CRO/GER)
31. Juli ITF-Future 11 Ingolstadt 15.000 $+H J. Sirianni (AUS) T. Kamke/J. Reister (GER)
07. Aug. TE-Damen 10 Hechingen 25.000 $ T. Malek (GER) E. Fislova/S.Hrozenska (SVK)
07. Aug. ITF-Future 12 Essen 10.000 $ T. Kamke (GER) R.Bemelmans/N.Desein (BEL)
14. Aug. TE-Damen 11 Wahlstedt 10.000 $ J. Görges (GER) Görges/Siegemund (GER)
14. Aug. ITF-Future 13 Wahlstedt 10.000 $ A. Renard (FRA) Norberg/Reister (SWE/GER)
21. Aug. TE-Damen 12 Bielefeld 10.000 $ J. Görges (GER) C. Klaschka/J. Ozga (GER)
21. Aug. ITF-Future 14 München 10.000 $ M. Vacek (CZE) L. Bonati/M. Livraghi (ITA)
28. Aug. ITF-Future 15 Nürnberg 10.000 $ T. Schiessling (AUT) L. Bonati/L. Bram (ITA/LUX)
04. Sept. ATP-Chall. 7 Düsseldorf 25.000 $+H
GERMAN MASTERS SERIE – Nationale Turniersieger 2006
Datum Stadt Preisgeld Einzel-Sieger Doppel-Sieger
18. April Aschaffenburg (H) 10.000 $ M. Neunteibl (AUT)
27. April Forchheim (H) 5.000 € + H K. Deden (GER)
27. April Forchheim (D) 2.500 € + H S. Klaschka (GER)
30. Mai Altlünen (D) 5.000 € F. Etzel (GER)
31. Mai Stadtlohn (H) 7.500 € C. Thomson (GER) S. Köhler/C. Koderisch (GER)
21. Juni Oppau (D) 5.000 € L. Steinbach (GER)
27. Juni Duisburg (H) 5.000 € J. Peralta (CHI)
27. Juni Duisburg (D) 4.000 € M. Suer (GER)
30. Juni Römerberg (D) 5.000 € S. Gehrlein (GER)
30. Juni Leipzig (H) 5.100 € M. Hantschk (GER)
30. Juni Leipzig (D) 5.100 € L. Steinbach (GER)
05. Juli Kamp-Lintfort (H) 5.000 € M. Joachim (GER)
05. Juli Kamp-Lintfort (D) 2.500 € M. Gerards (NEL)
10. Juli Pforzheim (H) 5.100 € M. Craca (GER)
10. Juli Pforzheim (D) 5.100 € S. Gehrlein (GER)
12. Juli Marburg (H) 8.000 € M. Neunteibl (AUT)
27. Juli Schliersee (H) 5.000 € Z. Krajan (CRO)
27. Juli Schliersee (D) 2.500 € A. Barna (GER)
02. Aug. Kellinghusen (H) 5.000 € J. Görges (GER) C. Potsch/V. Weber (GER)
02. Aug. Kellinghusen (D) 3.500 € J. Szygowski (GER) Begemann/Koderisch (GER)
15. Aug. Dortmund (H) 6.200 € C. Koderisch (GER)
16. Aug. Waging am See (H) 5.000 € T. Jecminek (CZE)
16. Aug. Oberkirch (D) 6.500 € S. Gehrlein (GER)
24. Aug. Villingen (D) 5.000 € A. Kerber (GER)
31. Aug. Überlingen (H) 5.000 € M. Joachim (GER) Neunteibl/Amend (AUT/GER)
H = Herren-Turnier, D = Damen-Turnier
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