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Entscheidung nach Gutsherrenart

Entscheidung nach Gutsherrenart


Von Andreas Böhm
Der TC Römerberg gehört seit Jahren zum Inventar der Tennis-Oberliga. Dass er auch in der Medenrunde 2007 in dieser Spielklasse antritt, ist allerdings ein gespielter Witz. Drei Mal wurde in den vergangenen Monaten ein Platz in der Zweiten Liga frei, drei Mal wurde der TC Römerberg, der Zweitplatzierte der Aufstiegsrunde, übergangen. „Mit Sport“, zürnt Teammanager Hubert Bohlender, „hat das nichts zu tun. Hier wurde nach Gutsherrenart entschieden“.
Es ist eigentlich Usus, dass der Zweitplatzierte der Aufstiegsrunde nachrückt, wenn in Liga zwei ein Team abmeldet. Da der TC Piding als Absteiger aus der Ersten Liga dies vor dem 30. September 2006 tat, dachten die Römerberger Verantwortlichen, der Aufstiegstraum gehe in Erfüllung. Gefragt wurde zunächst aber Waldau Stuttgart, der dritte Absteiger aus Liga zwei. „Das habe ich noch verstanden, denn in der Regel steigen nur zwei Mannschaften ab“, sagt Hubert Bohlender heute. Stuttgart lehnte ab, und dann begann die Geschichte unschöne Züge anzunehmen. Denn nun beschloss der Regionalliga-Ausschuss, dem Zweitliga-Zweitletzten TC Neckarau die Möglichkeit des Nichtabstiegs einzuräumen. Es folgte der erste Protest des TC Römerberg, der vertagt wurde ob der Causa „Wacker Burghausen“. Burghausen wollte nicht in Liga eins aufsteigen und meldete ab, so dass erneut ein Platz im Unterhaus frei wurde.
Für Römerberg? Mitnichten. Der Ausschuss wandte sich nämlich erneut an Waldau Stuttgart, und siehe da – plötzlich wollten die Schwaben. Bezüglich der Regularien war dies in Ordnung. Der TC Römerberg legte nun aber Protest gegen den Zweitliga-Verbleib des sportlich als Vorletzter eigentlich abgestiegenen TC Neckarau ein und erhielt seitens des Sportgerichts des Deutschen Tennis-Bundes Recht.
Die Wende? Nein! Der Spielausschuss hatte neu zu entscheiden und stimmte wiederum für Neckarau. Hoffnung keimte abermals auf, als der TC Bamberg in der zehnten Kalenderwoche des Jahres 2007 sein Team aus der Zweiten Bundesliga abmeldete.
Berechtigte Hoffnung? Kaum. Nach Rücksprache mit den Vereinen, die 5:3 gegen Römerberg votierten, entschied der Bundesliga-Ausschuss: Bamberg ist der erste Absteiger – und kein Team rückt nach. Auf der Grundlage des Regelwerks eine in Ordnung gehende Entscheidung – unter sportlichen Gesichtspunkten aber eine einzige Katastrophe.
Am Montag dieser Woche nun legte der TC Römerberg beim Sportgericht des Deutschen Tennis-Bundes wiederholt Protest gegen die Entscheidung des Spielausschusses pro Neckarau ein, da diese sportlich nicht begründbar sei. Zu befürchten steht indes, dass Bohlender und Kollegen erneut den Kürzeren ziehen.
Sehr wahrscheinlich tritt der TC anno 2007 also in der Oberliga an, „die Mannschaft ist ja gemeldet“, sagt Bohlender. Das Ziel ist erneut die Meisterschaft. Doch will der TC Römerberg aufsteigen, hat er nur eine Wahl: Er muss die Aufstiegsrunde gewinnen. Dies käme einem K.o. beim Boxen gleich – es wäre von keinem Verbandsgewaltigen anzufechten.