TC Römerberg weiterhin im Rennen um 2. Bundesliga
TC Römerberg weiterhin im Rennen um 2. Bundesliga
TENNIS: DTB-Sportgericht bestätigt Bohlender - TC Römerberg weiterhin im Rennen um einen Zweitligaplatz
RÖMERBERG. Für den TC Römerberg geht der Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga nun bereits in die dritte Runde. Aufgrund der Beschwerde des TCR hob das DTB-Sportgericht die Entscheidung des Spielausschusses der Regionalliga Süd-West erneut auf, den Absteiger TC SW Neckarau für die zweithöchste deutsche Spielklasse zu nominieren. Der Ausschuss muss sich nun zum dritten Mal mit der Aufstiegs-Thematik auseinander setzen.
„Ich fühle mich in meiner Auffassung bestätigt, dass uns der Regionalliga-Spielausschuss in einem sportlich und sachlich nicht nachvollziehbarem Willkürakt, ausbooten möchte“ äußerte sich ein verärgerter Mannschaftsbetreuer Hubert Bohlender.
Wie bereits mehrfach berichtet, scheiterte die Mannschaft in der Aufstiegsrunde am TC Wiesloch und belegte den zweiten Rang. Nachdem zwei Bundesligisten ihre Teams zurückzogen und die DTB-Statute für diesen Fall keine klare Regelung vorsehen, hatte der für die Entscheidung zuständige Spielausschuss der Regionalliga Süd-West in Ausübung pflichtgemäßen Ermessens unter Beachtung sportlicher Gesichtspunkte die „Nachrücker“ zu bestimmen. In den letzten Jahren waren dies jeweils die Zweiten der Aufstiegsrunde. Grund genug für Bohlender, seine Truppe für den aus seiner Sicht selbstverständlichen Aufstieg durch spielstarke Neuzugänge wie Jerome Becker und Björn Krenzer aufzurüsten.
Doch die Hoffnung des Förderkreisvorsitzenden erwies sich als trügerisch. Der Verband entschied, für Bohlender „völlig überraschend“, zu Gunsten des Absteigers Neckarau. Das DTB-Sportgericht hob diese Entscheidung auf, weil sie keinerlei sachliche Begründung enthielt. Der Süd-West-Spielausschuss ließ sich davon jedoch nicht beeinflussen, blieb bei seiner Erstentscheidung zu Gunsten Neckaraus und verwies auf ein 3:2-Abstimmungsergebnis der betroffenen Verbände Baden, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Württemberg für die Badener. Der DTB sieht in diesem Beschluss erneut einen eklatanten Regelverstoß, da er wiederum keinerlei Begründung enthalte und jegliche Auseinandersetzung mit sportlichen Gründen für die Entscheidungsfindung vermissen lasse. Keineswegs könne allein eine Abstimmung diese elementaren Gesichtspunkte ersetzen.
Bohlender sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. „Wie sonst lässt sich erklären, dass in der Vergangenheit jeweils die Zweiten der Aufstiegsrunde, alles Badener, begünstigt waren und nun, da wir als Rheinland-Pfälzer dran wären, anders entschieden wird. Ich bin gespannt, wie sich der Spielausschuss Süd-West nun aus der Affäre zieht. Sollte er uns wiederum benachteiligen, werde ich keine Ruhe geben und mich erneut an den DTB wenden, der nach meinem Eindruck über das Verhalten der Süd-West-Funktionäre verärgert scheint. Dies bin ich der Mannschaft, die sich die zweite Bundesliga redlich verdient hat, einfach schuldig“ sagte er der RHEINPFALZ. (dsch)
KOMMENTAR
Matchball für uneinsichtige Funktionäre
von Manfred Scherer
Römerbergs Manager Hubert Bohlender ist verärgert, dass der Spielausschuss der Regionalliga Süd-West seinem Team den heiß begehrten Platz in der zweithöchsten Spielklasse ohne erkennbaren sportlichen Grund verweigern möchte. Seit Jahren peilt er den Aufstieg an. Nun, da er sich am Ziel seiner Wünsche wähnt, sind es Funktionäre, die ihn um seinen Lebenstraum bringen wollen. Doch die haben die Rechnung „ohne den Wirt gemacht“. Bohlender gibt sich nicht geschlagen.
Bereits zwei Mal protestierte er beim DTB, zur Überraschung vieler Skeptiker bekam er sogar Recht. Denn wer eine jahrelang geübte Praxis, wie der Spielausschuss Süd-West, ohne ersichtlichen Grund über Bord wirft, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, seine Entscheidungen nach Gutsherrenart zu treffen. Kontinuität sieht jedenfalls anders aus.
Sollten die Badener wirklich bevorzugt werden, wie Bohlender vermutet? Und sind die Rheinland-Pfälzer tatsächlich wieder einmal die Dummen? Warum ignorieren die Süd-West-Funktionäre beharrlich die Auflage des DTB-Sportgerichtes, ihr Ermessen transparent, nach sportlichen Gesichtspunkten auszuüben? Ist es fehlende Einsicht, Unwissen oder was sonst? Warum gibt es keine klare Festlegung im Regelwerk, die sich häufig als hilfreich erweist? Ist diese vielleicht gar nicht gewollt, um sich den Rücken für Einzelfallentscheidungen freizuhalten? Fragen, die es zu beantworten gilt.
Letztlich geht es aber nicht nur um Römerberg oder Neckarau, nicht um Baden oder Pfalz, auch nicht darum, ob ein Aufstieg für die Pfälzer die einzige Glückseligkeit wäre. Offenheit, Ehrlichkeit, sportlich faire und gerechte Lösungen sind gefragt, auf die alle Beteiligten, die vielen Tausend Vereine in unserer Republik, einen berechtigten Anspruch haben. Eine sportliche Lösung ist hier jedenfalls nicht zu erkennen. Das DTB-Sportgericht hat dies in zwei Beschlüssen klar und deutlich begründet.
Die Glaubwürdigkeit des Tennissports und seiner Funktionäre steht auf dem Spiel. In Zeiten rückläufiger Mitgliedszahlen ist sie zur Unterstützung der Clubs in ihrem Bemühen um Mitgliederbindung und -gewinnung mehr denn je gefragt.
Man darf gespannt sein, wie sich die Verantwortlichen der Regionalliga Süd-West aus ihrer peinlichen Lage befreien, in die sie sich selbst durch ungeschicktes Handeln manövriert haben.
Inzwischen lieferte der TC Bamberg mit seinem Rückzug ungewollt den entscheidenden Matchball: Römerberg anstelle von Bamberg, für das bisher noch kein Ersatz nominiert ist, in die zweite Liga aufnehmen. Dies wäre problemlos möglich, niemand würde sich benachteiligt fühlen und der Matchball damit sicher verwandelt. Gelingt dies aber nicht, geht es in den Tie-Break mit all seinen Unwägbarkeiten, zum Nachteil des wunderbaren Tennissports …
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