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Bericht von Gerd Werry bei der Generalversammlung

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Liebe Tennisfreundinnen und –freunde,

allen erst einmal einen schönen guten Abend und ein herzliches Willkommen zu unserer ordentlichen Mitgliederversammlung, zu der satzungsgemäß eingeladen wurde.

Unsere Tagesordnung weist den Punkt 7 „Anträge“ aus. Es liegen 2 Anträge vor und wie in der Einladung anmerkt, bitte ich um Zustimmung, dass diese Anträge im Ressortzusammenhang bearbeitet werden. Gibt es dazu Widerspruch?

Liebe Tennisfreunde,
wir haben heute Neuwahlen, einige Ämter werden neu zu besetzen sein. Eine Reihe von bewährten Kräften werden sich heute erneut zur Wahl stellen. Neue und engagierte Kräfte werden hinzu kommen.
Ich bin optimistisch, dass sich hier eine gute Chance bietet, Kontinuität und Erneuerung in idealer Weise zu verbinden.

Ich denke, es ist inzwischen allenthalben bekannt, dass ich mich selbst nicht mehr zur Wahl stellen werde.

Ich nehme mir deshalb die Freiheit in meinem Bericht nicht nur auf das Jahr 2006 zurück zu blicken, sondern auch die vergangenen 15 Jahre, in denen ich 1. Vorsitzender des TCR sein durfte, revue passieren zu lassen – ohne mich in epischer Breite zu verlieren.

Am Anfang meines Berichts steht auch in diesem Jahr wieder eine traurige Pflicht, der ich in Anteilnahme nachzukommen habe: Emil Kleber, unser geschätztes ehemals aktives in den letzten Jahren passives Mitglied,
ist im Januar 2007 verstorben. Viele von uns erinnern sich gerne an die schönen Stunden, in denen er im Kreise unserer Senioren – oft am Morgen – in netter Runde Tennis spielte und danach gesellig beisammen saß.
Ich bitte die Anwesenden sich zu erheben, um Emil Kleber ehrend zu gedenken. – Vielen Dank.

Ich komme nun zu unserer Mitgliederstatistik (vgl. Anhang).
Natürlich sind uns die schlimmen Einbrüche in der Mitgliederzahl erspart geblieben. Dennoch ist dies keine Erfolgsbilanz. Andere haben es besser gemacht. Mitgliederwerbung und Mitgliederhinzugewinnung sind auch für die kommenden Jahre eine „Baustelle“ des TCR.
Auch im nächsten Jahr werden wir eine Neumitgliederaktion durchführen. Wir habe aus der Vergangenheit gelernt. Ungereimtheiten in der Strukturierung und der Verbreitung wurden beseitigt. Wir wollen mit einem Fleyer alle Römerberger Bürgerinnen und Bürger ansprechen und erhoffen uns eine erfreuliche Resonanz. Inhalt und Aufmachung der Mitgliederaktion kann bereits jetzt auf unserer homepage eingesehen werden.
Wir brauchen Neumitglieder um Austritte und Wechsel in den Passivbereich zumindest auszugleichen. Unsere Mitgliederstärke hat direkte Auswirkungen auf unseren Haushalt. Dieser Haushalt ist nun schon seit einigen Jahren „auf Kante“ genäht. Die Gestaltungsspielräume sind auf Grund weitgehend fixer Einnahmen und fixer Ausgaben minimal, so dass z.B. die 2006 notwendige Investition in eine Pumpenanlage für unser Abwasser in Höhe von ca. 14.000 € unseren Haushalt ins Schleudern bringt, d.h. wir am Jahresende ein Defizit zu verzeichnen hatten. Die Investition war notwendig, weil wir durch sich häufende Überschwemmungen nach Starkregen unsere bauliche und mobiliare Substanz gefährdeten. Tatsache ist, dass der Bau der „Rheinpfalzhalle“ die Abwassersituation in der Viehtriftstraße verschärfte. Auch wir entwässern mit einem sehr flachen Kanalverlauf in die Viehtriftstraße und waren deshalb in besonderer Weise betroffen. Alternativ zu unserer Investition, die von Sportbund, Gemeinde und Kreis bezuschusst wurde, wäre ein Rechtstreit mit der Gemeinde zur Klärung der Verursacher-Schuld gewesen – möglicherweise ein langfristiges Verfahren mit ungewissem Ausgang und erheblichem Kostenrisiko. Ich bin im Nachhinein froh, dass meine Kolleginnen und Kollegen in der Vereinsleitung mich entsprechend eingebremst haben und wir das Prozessrisiko gemieden haben. Die Pumpe funktioniert. Wir sollten auch in der Zukunft vor anrüchigen Überschwemmungen gefeit sein.

Zum Sport:
Ich denke wir können sagen, dass wir insgesamt gut aufgestellt sind.
Wir haben 17 Mannschaften gemeldet – davon 5 im Jugendbereich in Spielgemeinschaften mit dem TUS Heiligenstein.
1992 waren dies 4 Erwachsenen und 3 Jugendmannschaften. Wir haben also eine Verdreifachung im Erwachsenenbereich, leider nicht im Jugendbereich, insgesamt mehr als eine Verdoppelung. Also – so schön diese sportliche Entwicklung ist - auch eine Verdoppelung der Kosten bei nur leicht gestiegener Mitgliederzahl. Die Ausgaben für Mannschaftsmeldung und Bälle lag 1992 bei ca. 1.200 €, heute müssen wir ca. das 4-fache aufwenden um unsere Mannschaften zu melden und für die Medenspiele mit Bällen zu versorgen. Dies nur um einen punktuellen Einblick in die haushaltsrelevante Kostenentwicklung zu geben.
Hinter diesen Erwägungen soll nicht die Freude darüber zurücktreten, dass wir z. B. eine ambitionierte Damenmannschaft haben und 3 Herrenmannschaften, angefangen mit dem Leistungstennis in der 2. BL oder Oberliga über die Pfalzliga bis in den Nachwuchsbereich des aktiven Tennissports. Das ist großartig, darauf können wir stolz sein.
Natürlich gibt es auch Schwachstellen, ich denke z.B. an den Herren 30-Bereich, indem wegen mangelnder Mannschafts-Spielmöglichkeiten Mitglieder in Nachbarvereine abgewandert sind. Das ist schade. Dem muss entgegengewirkt werden.
2006 war der TCR erstmals Ausrichter eines Herren-Weltranglistenturniers, das Spitzentennis in die Region und auf unsere Anlage gebracht hat. FÖ-KR und Turnierausschuss haben Bilanz gezogen und sich dafür entschieden das ITF-Herrenturnier auch 2007 stattfinden zu lassen. Das Damenturnier wurde für 2007 mangels Attraktivität und Umfang des Teilnehmerfeldes gestrichen. Es ist bisweilen nicht leicht nachvollziehbar, dass ein Turnierereignis wie die Römerberg-Open respektive der Spielbetrieb der Oberliga, wodurch Spitzenspieler wie den Agassi-Bezwinger Benjamin Becker, einen Daviscup-Spieler wie Alexander Waske oder ein ATP-Top-100-Spieler wie Simon Greul auf unserem Platz 1 hat sich präsentieren lassen so wenig Würdigung beim Zuschauerinteresse gefunden hat bzw. von manch einem erklärten Tennisfan die fast schon symbolisch zu nennenden paar Euro Eintrittsgeld als für zu hoch empfunden werden.
Bisweilen beschleicht einem der Eindruck, dass es fast schon für unanständig gehalten wird, wenn ein so kleiner Provinzclub wie der TCR das bieten kann, was man für teures Geld in den großen Tennisarenen als selbstverständlich zu akzeptieren bereit ist. Das gilt übrigens auch für die Presse, die im Lokalteil durchaus angemessen berichtet aber im überregionalen Teil sich doch sehr zurückhaltend zeigt.

Lasst mich, wie schon angekündigt, eine kleine Retro-Perspektive auf die letzten 15 Jahre nehmen:
1992 die 1. Römerberg-Open
1993 beschlossen wir eine damals schon überfällige deutliche Beitragserhöhung – 2001 erfolgte eine weitere moderate (im Schnitt 13,5%) Beitragsanpassung im Rahmen der Umstellung von DM auf € . Die damit verbundenen Mehreinnahmen wurden nur zu einem geringen Teil konsumtiv verbraucht. Der weitaus größere Teil floss in Investitionen für unsere Clubanlage.
1995 erhielten wir einen Anbau der Küche, um für einen größer werdenden Club zwingend notwendige Kapazitäten zu schaffen.
1997 feierten wir stolz unser 25-jähriges Jubiläum und veröffentlichten aus diesem Anlass ein respektables Jubiläumsmagazin.
Im gleichen Jahr folgte eine Bauvoranfrage zur Erweiterung unseres Clubhauses – die sanitären Anlagen waren für den größer gewordenen Club unterdimensioniert - und die besondere Gunst sollte durch den Anbau einer Terrasse genossen werden können.
Ende 1998 begann man mit den Arbeiten, deren Vollendung unser damaliger Bauausschussvorsitzende Heinz Eberle leider nicht mehr erlebte. Ich möchte ausdrücklich und mit Dankbarkeit an die Gestaltungs- und Initiativkraft unseres viel zu früh verstorbenen Mitgliedes Heinz Eberle erinnern, der bis in die Endphase seines Lebens entscheidend wichtige Weichen gestellt hat.
238.000 DM wurden investiert, 78.000 DM, verteilt über mehrere Jahre, aus Eigenmittel finanziert. Eine Anstrengung, die in ihren späten Ausläufern sich bis heute in unserer finanziell engen Situation nachweisen lässt.
2004 ? – eigentlich hatten wir mit dem Bauen nichts mehr im Sinn. Die Brauerei Moninger forderte mit Ablauf der vertraglichen Bindung das Mobiliar unseres Clubhauses zurück – wir hatten, wenn auch mit Verzögerung die vertraglich geforderte Biermenge abgetrunken. Die Fa. Moninger war nicht bereit, das Mobiliar zu einem angemessenen Restwert an uns zu veräußern. Wir waren nicht bereit, einen vergleichbaren Knebelvertrag zu unterzeichen. Übrigens hätte auch bei einem Neuvertrag bzw. Prolongierung des alten Vertrags das reichlich 20 Jahre alte Mobiliar zu keinem Zeitpunkt uns gehört.
Wir entschieden uns für eine erneute Anstrengung: der Renovierung und Neu-Möbelierung unseres Clubhauses. Zurückblickend, meine ich eine richtige Entscheidung. Es bestand Renovierungsbedarf – und so haben wir Nägel mit Köpfen gemacht. Ein ordentliches Clubhaus gehört heute – anders als in den 70 er Jahren - zu einem Club, der nicht nur im Gestern lebt, sondern auch für das Heute und für die Zukunft gerüstet sein will. Ein Blick auf ähnlich erfolgreiche Nachbarvereine und erst recht auf unsere neue Konkurrenz im Golfsport belegt dies hinreichend.

Liebe Tennisfreunde, in diesem unsrem TCR gibt es Initiative und Gestaltungskraft. Gerne hätte ich die Zäsur, die mit dem heutigen Abend verbunden ist, so klein wie möglich gehalten. Ich fürchte, dass mir das nur unzureichend gelungen ist. Aber wir haben allen Grund optimistisch in die Zukunft zu schauen. Ich habe dafür Beweise:
Wir werden in diesem Jahr pünktlich zum Medenrundenbeginn ein Clubjournal in Verbindung mit unserem Turniermagazin veröffentlichen, das die volle Bandbreite unseres Clubgeschehens in attraktiver Weise dokumentieren wird. Ein enormer Arbeitsaufwand, die wesentlich von unserem Clubmitglied Hubert Mandl geleistet wurde. Eine bewundernswerte Anstrengung und Leistung.
Wir alle haben erlebt, dass die Ausstattung unsere Umkleideräume, insbesondere der Herren weit davon entfernt war optimal genannt zu werden. Ohne großes Aufheben haben sich Norbert Nagel, Gerhard Antoni und Manfred Reichling daran gemacht neue Sitzbänke zu gestalten und einzubauen. Pünktlich zum Saisonbeginn konnten sie genutzt werden. Ist das nicht großartig? Keines von den genannten Mitgliedern ist in einer ehrenamtlichen Funktion. Sie haben gehandelt, weil sie die Notwendigkeit gesehen haben und weil sie dem Club über die Ausübung ihres Freizeitsports hinaus verbunden sind. Im Namen des TCR ein herzliches Dankeschön an Norbert Nagel, Gerhard Antoni und Manfred Reichling.
Und ein letztes Beispiel will ich anführen:
Cyril -ein Wintersturm- hatte zugeschlagen. Er hat Bäume gefällt und unsere Zaunbegrenzung auf Platz 8 beschädigt. Bevor ich selbst überhaupt den Schaden registrierte, waren 2 Clubler, man könnte auch so ganz uncharmant von Altmitgliedern sprechen, vor Ort, um den Schaden zu beheben. Sie haben in unkomplizierter Abstimmung mit dem Bauausschuss zu gepackt, sie haben gehandelt und den Schaden so behoben, dass man zu Saisonbeginn hätte glauben können, dass während der Wintermonate allenfalls ein laues Lüftchen unsere Anlage umfächelt hätte. Ich danke Klaus Stadler und Günter Baumgart. Ihr seid ein weiterer Beweis der Solidarität und der Tatkraft in unserem TC Römerberg.

Wie ich eingangs bereits erwähnt habe, stehe ich nach 15 Jahren nicht für eine weitere Amtperiode zur Verfügung.
15 Jahre sind genug. Ich habe mich vor 15 Jahren an gleicher Stelle in einer Kampfabstimmung in das Amt gedrängt. Und mit der gleichen Entschiedenheit bitte ich Euch heute eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger zu wählen. Wer auch immer es sein mag – ich versichere, dass ich durch meine Bereitschaft für eine tätige Mitarbeit einen harmonischen Übergang gewährleisten werde.
Ich habe in diesen 15 Jahren viel Freude gehabt und vergleichsweise wenig Verdruss, wobei man bisweilen – vor allem in vorangeschrittener Amtszeit - dazu neigt, die Frustration wie eine Monstranz vor sich herzutragen. Eine Folge der Kurzsichtigkeit, gebeutelt durch das Alltagsgeschehen. In der Gesamtbilanz überwiegt ganz eindeutig die Freude am und im Amt. Es bieten sich einem ungeahnte, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die könnte man auch als Kleingärtner ausleben. Ich stehe dafür, dass es weitaus bereichernder ist, mit und für Menschen zu gestalten, statt als Terminator für die letzten Unkrautpflänzchen durch den Vorgarten zu wüten. Meine lieben Nachbarn Gertrud und Heinz Kreuels haben es mitunter leidvoll erfahren. Besserung ist in Sicht.
Ich habe heute in meinem Bericht weit ausgeholt, Stationen aus 15 Jahren revue passieren lassen.

Gesamtbilanz: Wir haben in den letzten 15 Jahren vieles bewegt, vieles – nicht alles – ist gelungen. Ich bin so unbescheiden zu sagen: Der TCR hat in dieser Zeit eine gute Entwicklung genommen. Es wurden gewiss auch Fehler gemacht. Man rechne es meiner menschlichen Schwäche zu, dass ich heute Abend nicht in gleicher Breite darüber zu berichten wusste.
Erlaubt seien mir noch ein paar ganz persönliche Worte: Natürlich gab es auch Konflikte, die es auszutragen galt. Ich kenne mich als Vertreter einer mitunter gar zu klaren Aussprache. Sollte ich im Eifer des Gefechts - ohne Not und ohne Notwendigkeit jemanden in seiner Persönlichkeit verletzt oder gar Unrecht getan haben, so ist es mir ein Anliegen dafür aufrichtig um Entschuldigung zu bitten.
Ich habe vorhin mehrfach das Wort W I R gebraucht. Das war nicht nur eine Floskel, sondern ein Bekenntnis zu unserem Zusammenwirken als Vereinsleitungsteam. Es mir ein ehrliches Bedürfnis all meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern heute und in der Vergangenheit ein herzliches Dankeschön zu sagen für die engagierte Mitarbeit und die mir erwiesene Loyalität.
Vielen Dank – es hat Spaß gemacht mit euch zu arbeiten.
So – und jetzt ist Schluss.
Ich bleibe dem TCR erhalten. Es kann gar nicht anders sein:
Der TCR liegt mir am Herzen, er geht mir auch in der Zukunft nicht aus dem Sinn.