Jung und Engagiert, Teil V
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Bild von Myriam aus der Rheinpfalz
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Jung und Engagiert, Teil V
„Bindung zum Verein wird immer da sein"
RÖMERBERG: 22-jährige Myriam Bohlender aus Mechtersheim trainiert den Nachwuchs des TC Römerberg
„Die Jugend von heute" ist bei weitem nicht so schlecht wie der Ruf, der ihr anhängt. Junge Leute engagieren sich in Kirchengemeinden, Parteien, Vereinen oder Hilfsorganisationen. Die RHEINPFALZ macht sich in dieser Serie auf die Suche nach jungen Leuten aus dem Speyerer Umland, die sich ehrenamtlich einsetzen - und erzählt ihre Geschichten.
Von unserem Mitarbeiter Frank Keiner
Hobbys außer Tennis? Myriam Bohlender schüttelt den Kopf. „Ich habe gerade einmal Zeit, ein Buch zu lesen und mit Freunden wegzugehen." Für die 22-jährige Jugendwartin des Tennisclubs (TC) Römerberg ist der weiße Sport mehr, als nur einmal pro Woche ein paar Bälle zu schlagen. „Als ich vier war, habe ich im Urlaub einen Kurs belegt und bin dabei geblieben." Mit fünf Jahren spielte Bohlender bereits ihre erste Medenrunde. Es folgten Teilnahmen an Turnieren und der zweite Platz bei den Pfalz-Jugendmeisterschaften.
Profi wollte die angehende Sporteventmanagerin nie werden. „Meine Eltern haben immer gesagt: ,Spiel", so lange es dir gefällt." Da war nie Druck da", erzählt die Tennisbegeisterte im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Als größten persönlichen Erfolg bezeichnet die Mechtersheimerin den Aufstieg mit der Damenmannschaft in die Pfalzliga 2005. In diesem Sommer soll dieses Kunststück wieder gelingen.
Vier Abende verbringt Bohlender unter der Woche auf dem Vereinsgelände. Das Wochenende gehört im Sommer ebenfalls dem Spiel mit der Filzkugel. Seit einigen Jahren trainiert die C-Lizenz-Inhaberin den Tennisnachwuchs des Clubs. Dazu gehört auch die Ausrichtung von Wochenendcamps.
„Gerade bereiten wir für 20 Kids Kartoffelsalat vor", erzählt Bohlender von ihren Aufgaben. Zudem koordiniert sie die Anmeldungen, reserviert Plätze, kümmert sich um den Einkauf und ist Ansprechpartnerin für die Eltern. „Natürlich gibt es manchmal Tage, an denen ich gerne alles hinschmeißen würde, aber wenn ich merke, dass die Kinder Spaß haben, dann weiß ich, dass ich das Richtige mache", sagt die junge Trainerin.
All das sei aber nur mit Unterstützung möglich. Während ihr Tobias Anton als Trainer im sportlichen Bereich zur Seite steht, profitiert Bohlender auch von der Hilfe ihrer Eltern.
Mutter Barbara ist stellvertretende Vorsitzende des TC, Vater Hubert Vorsitzender des Förderkreises und Organisator der Römerberg Open, einem überregional bekannten Turnier, bei dem auch schon der amtierende Deutsche Meister Benjamin Becker, Bundesligaspieler von TK Grün-Weiß Mannheim, aufschlug. „Ich sehe es schon kommen, dass ich die Open irgendwann ausrichte", sagt Bohlender. Bereits jetzt ist sie im Ausschuss mit dabei, wird vom Vater an Aufgaben wie Sponsorensuche und Hotelbuchung für die Spieler herangeführt. Im Hintergrund die Fäden zu ziehen, ohne den persönlichen Kontakt mit den Beteiligten zu verlieren, das schätzt die Nachwuchsmanagerin an ihrem Job.
Das Ehrenamt hat für Bohlender auch einen praktischen Nutzen: Kontakte knüpfen. „Das kann mir für die Zukunft in meinem Beruf sehr hilfreich sein." Zugute kommt ihr dabei ihre Offenheit und Aufgeschlossenheit. Auf andere zuzugehen und das Gespräch zu suchen ist dabei Grundvoraussetzung. „Schüchtern darf man in diesem Metier nicht sein." Nach dem Studium will Bohlender ein halbes Jahr im Ausland verbringen. Wohin es sie dann verschlägt, weiß sie noch nicht. „Wenn ich gehe, dann gehe ich eher weit weg." Ein Engagement in bisheriger Form beim TC ist dann nicht mehr möglich. „Die Bindung zum Verein wird aber immer da sein". Alles andere wäre für die Römerberger Tenniswelt auch ein schwerer Schlag.
SCHNURK
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.95
Datum: Mittwoch, den 23. April 2008
Seite: Nr.16
"Deep-Link"-Referenznummer: '3478087'
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