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Halbroth, Benedict neu beim TCR
Sportler im Porträt: benedict halbroth
Australian Open mit Sicherheit, New York vielleicht
TENNIS: Neuzugang des TC Römerberg will 2005 alle Junioren-Grand-Slam-Turniere spielen - per Zufall zum Schläger
Von unserem Mitarbeiter Manfred Scherer
RÖMERBERG. Benedict Halbroth, 17-jähriges Tennistalent aus Ludwigshafen-Friesenheim ist auf dem besten Weg, Tennisgeschichte zu schreiben. Der junge Mann, erster Neuzugang beim TC Römerberg für die Punkterunde 2005, qualifizierte sich auf Rang 86 der Junioren-Weltrangliste für das 64-er Hauptfeld der Australian-Open im Januar in Melbourne, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Da zum Jahresende etwa 30 vor ihm stehende Konkurrenten altersbedingt aus der U18-Weltrangliste herausfallen, rückt Halbroth nach.
Mit seinem bisher größten Erfolg, einem 6:3, 6:3 gegen den Belgier De Fays im Endspiel des Turniers in Luxemburg (wir berichteten) katapultierte sich der 1,82 Meter lange Nachwuchsspieler von Position 140 auf 86. Obwohl De Fays für den TC Luxemburg spielt, waren die Zuschauer auf dem randvollen Centre-Court sehr fair. Bei dieser super Atmosphäre machte es riesig Spaß, und dazu noch der Sieg, einfach toll", kommentierte der aufstrebende Tennis-Akteur sein größtes Erfolgserlebnis.
Für die US-Open ab 4. September in New York meldete er zwar. Ob er daran teilnimmt, ist aber noch offen. Es wäre natürlich eine optimale Vorbereitung für Australien. Aber die hohen Kosten und der Unterrichtsausfall sprechen nicht unbedingt dafür. Außerdem müsste ich in diesem Jahr noch Quali spielen. Entschieden ist aber noch nichts. Im nächsten Jahr möchte ich auf jeden Fall bei allen vier Grand-Slam-Turnieren, also auch in New York, Paris und London dabei sein", sagte die Nummer 114 der deutschen Rangliste im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Der Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums Mundenheim kam per Zufall zum Tennis, als er mit seinen Eltern, keineswegs eine Tennisfamilie, einen Cluburlaub in Apulien verbrachte. Der Anblick des Spiels mit der gelben Filzkugel faszinierte Benedict so sehr, dass Mutter Eva für sich und ihren Sprössling spontan Trainerstunden buchte. Sie selbst kam aber fortan nicht zum Zug und verzichtete, da der damals Siebenjährige den Coach ganz allein in Beschlag nahm und seine Mama immer wieder beiseite schubste. Der Grundstein zu einer bislang außergewöhnlichen Tenniskarriere war damit gelegt.
Beim TC Pfiffligheim machte Halbroth unter Trainer Lars Noll die ersten Schritte. Mit neun Jahren spielte er beim renommierten BASF TC vor. ¸¸Besonders stolz war ich darauf, dass ich sofort mit den Besseren unter Trainer Clifton mittrainieren durfte. Auch Antonio Fernandez kümmerte sich um mich, und beim Tennisverband Pfalz war ich binnen kurzer Zeit im Jugendkader bei Norbert Lechner, Roger Langknecht und Robert Eisele, denen ich vieles zu verdanken habe", erzählte der Tennisbegeisterte, der einmal Profi werden möchte. ¸¸Aber erst nach dem Abitur." Darauf besteht Mutter Eva. Schließlich glänzt der junge Mann nicht nur beim Tennis, sondern auch mit einem 1,4-Notenschnitt im jüngsten Jahreszeugnis.
Mit 15 kam der Wechsel zum TC GW Frankenthal, wo er sofort in der Verbandsliga und ein Jahr später in der Oberliga spielte. Bis zum heutigen Tag trainiert und betreut ihn Robert Pfeffer, Verbandstrainer des Tennisverbands Rheinland-Pfalz.
Weitere große Erfolge sieht der Friesenheimer in den dritten und zweiten Plätzen bei nationalen Meisterschaften, die er in den unterschiedlichsten Altersklassen regelmäßig belegte. Im Jahr 2003 holte sich Halbroth den deutschen Titel im Doppel.
Aber auch bei internationalen Turnieren war der Römerberger Neuzugang erfolgreich: Platz zwei in Ankara, Sieg in Ulm und dritter Rang bei den Dorint-Junior-Open in Berlin schlagen zu Buche.
Die Niederlage gegen Römerberg-Open-Sieger Dominik Meffert bei den vergangenen nationalen Hallen-Titelkämpfen nach 7:6, 5:3-Führung wurmt ihn noch heute.
Das offensive Grundlinientennis mit einer besonders schnellen und präzisen Vorhand zeichnet den erfolgreichen Nachwuchs-Crack aus, der sich auf Hardcourts am wohlsten fühlt.
Mit dem neuen Teamkollegen Timo Nigri möchte er in nächster Zeit vor allem sein Netzspiel verbessern, da Trainer Pfeffer mit anderen Aufgaben befasst ist. Der Speyerer begleitet ihn auch nach Australien.
Als Ausgleich zum manchmal stressigen Tennis geht der PC-Fan seinen weiteren Hobbys Basketball, Lesen und Musik nach. Sein Traum: ¸¸Einmal bei einem Grand-Slam-Turnier auf einem vollen Centre-Court spielen, am liebsten im Finale."
Zunächst aber stehen noch andere Aufgaben an. 16. August: Internationales Turnier in Mechelen (Belgien), 27. bis 29. August: Große Medenspiele in Augsburg und ab 4. September: US Open in New York, freilich noch mit einem Fragezeichen versehen.
ERBACHM / ERBACHM
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.186
Datum: Donnerstag, den 12. August 2004
Seite: Nr.17
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Halbroth Der Musterlehrling
TENNIS: Das Talent gilt als große deutsche Nachwuchshoffnung
Benedict Halbroth gehört zu den größten Nachwuchstalenten im Tennis in Deutschland. In Luxemburg gewann Halbroth vor zwei Wochen ein ITF-Turnier - das sind Junioren-Weltranglisten-Turniere -, die BMW-Junior-Open und steht seitdem auf Platz 86 in der Junioren-Weltrangliste. Nun wechselt der 17 Jahre alte Halbroth von GW Frankenthal zum TC Römerberg.
¸¸Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt", erinnert sich Halbroth an seinen Start in die BMW-Junior- Open. Dieses gute Gefühl hielt bis zum Finale an. ¸¸Er hat sich im Turnierverlauf immer wieder von Spiel zu Spiel gesteigert", lobte ihn Trainer Robert Pfeffer. Mit ihm reist Halbroth zu den verschiedensten Orten der Welt. Halbroth war in Luxemburg an Position sieben gesetzt und gab das gesamte Turnier über keinen Satz ab. Im Endspiel traf er auf den Belgier De Fays, der die Rangliste seines Jahrgangs (1989) anführt. Gegen ihn siegte Halbroth 6:3 und 6:3. ¸¸Das Finale war ein Traum. Das Haus war voll, es gab Linienrichter und Balljungen", schwärmt er heute noch davon. Dass die Balljungen nur wenig jünger waren als er selbst, quittiert das Talent mit einem Lächeln.
Der Angriff auf die Top-100 hätte schon einen Monat früher beginnen sollen. Bei einem ITF-Turnier in Frankfurt knickte Halbroth im Viertelfinale um und musste aufgeben. Zwei Wochen konnte er nur ein wenig Rad fahren. Der angehende Tennisprofi brauchte etwas, um zu alter Form zurückzufinden. Beim German Master Series-Turnier in Frankenthal schied er in der ersten Runde aus, in Essen reichte es nur für Runde zwei und in Ludwigshafen war im Viertelfinale Schluss. Der große Auftritt folgte dann in Luxemburg.
Der Turniersieg brachte neben dem Platz unter den ersten Hundert noch einen Bonus: Benedict Halbroth darf die Qualifikation bei den US Open der Junioren ab 4. September spielen. Allerdings ist die Freude noch etwas verhalten, denn alles ist eine Kostenfrage. Noch ist nicht sicher, ob der Verband ihn dabei unterstützt, da es nur die Qualifikation wäre. Bei den Junioren-Australien-Open bekommt Halbroth vom DTB finanzielle Zuwendung. Denn dort schlägt er im Hauptfeld auf, weil zum Jahreswechsel etwa 30 Spieler der Jahrgänge 1986 aus der U-18-Weltrangliste fallen. ¸¸Vielleicht mache ich auch beides, das muss man jetzt sehen", sagt er, ¸¸nächstes Jahr möchte ich bei allen vier Grand-Slam-Turnieren spielen."
Halbroth will Profi werden. ¸¸Man arbeitet darauf hin, dass der Spieler den Durchbruch schafft", sagt Pfeffer, der den Jungen seit 1999 betreut. Mit ihm will Halbroth auch weiterhin zusammenarbeiten. Zurzeit steht der Pfälzer im C-Kader, wird noch anderthalb Jahre gefördert. Schafft er den Sprung in den B-Kader, ginge die Förderung weiter. Für den Fall, dass es nicht klappen sollte mit der Karriere als Tennisspieler, sorgt Halbroth vor. 2005 macht er sein Abitur am Heinrich-Böll-Gymnasium in Mundenheim. Derzeit, sagt er, hat er mehr Einser als Zweier, der Notendurchschnitt im letzten Jahreszeugnis lag bei 1,4 - ein strebsamer Musterlehrling sozusagen. Dabei kommt ihm entgegen, dass sein Rektor früher ebenfalls Tennis gespielt hat. ¸¸Er ist sehr kooperativ", grinst Halbroth.
GW Frankenthal und der TC Römerberg kooperieren seit kurzem. Deshalb wechselt Halbroth nach Römerberg. Der TCR hat sich für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga qualifiziert. In Frankenthal würde Halbroth nur Verbandsliga spielen. (dna)
SCHAEDB / SCHAEDB
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Frankenthaler Zeitung
Ausgabe: Nr.186
Datum: Donnerstag, den 12. August 2004
Seite: Nr.14
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