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2. Spieltag: Freitag, 27.07.2007 gegen TEC Waldau Stuttgart
Bohlender fordert 2 Heimsiege am Wochenende gegen Stuttgart und Wiesloch – Neuzugänge Recouderc und Marin vor DebütAm Freitag feiert die 1. Herrenmannschaft des TC Römerberg ihr Heimspieldebüt in der 2. Tennis-Bundesliga Süd, ab 13 Uhr trifft man auf eigener Anlage auf die Gäste vom TEC Waldau Stuttgart.
Nach der klaren Auswärtsniederlage zum Saisonauftakt in Windhagen vom vergangenen Wochenende, wo man trotz ansprechender Leistung mit 0:9 unter die Räder gekommen war, strebt man gegen die Gäste aus dem Schwabenland den ersten Sieg an. Eine durchaus realistische Zielsetzung, denn während man es im rheinland-pfälzischen Derby gegen Windhagen noch mit einer unüberwindbaren, in Bestbesetzung angetretenen Truppe zu tun bekam, sollten die Trauben im morgigen Heimspiel für das Team von Manager Hubert Bohlender weniger hoch hängen.
Denn während Windhagen bereits in der vorangegangenen Spielzeit einen beachtlichen 3. Platz erreicht hatte, schlossen die Gäste ihre Saison 2006 lediglich auf Rang 7 und damit in der unteren Tabellenhälfte ab. Normalerweise hätte diese Platzierung für Stuttgart gar den Abstieg in die Oberliga bedeutet, denn eigentlich hätten die drei Letztplatzierten in einer Gruppe mit neun Mannschaften eine Etage tiefer aufschlagen sollen. Doch nachdem sowohl Erstliga-Absteiger TC Piding als auch der TC Bamberg auf einen Start in der 2. Bundesliga verzichtet hatten und damit zwei Plätze in der Liga frei geworden waren, wandte sich der Spielausschuss der Regionalliga Süd-West an Waldau Stuttgart, den dritten Absteiger aus Liga zwei. Dieser lehnte zunächst ab, als dann aber mit Wacker Burghausen das nächste Team aus dem Unterhaus zurückgezogen hatte, und der Regionalliga-Spielausschuss erneut auf die Schwaben zugegangen war, hatte sich bei den Stuttgartern offenbar ein Sinneswandel vollzogen, denn nun verspürte man plötzlich doch wieder große Lust, mitzumischen. Über das beispiellose juristische Hickhack, das zum Teil groteske Züge angenommen hatte und das darauffolgende, willkürliche Vorgehen des Spielausschusses der Regionalliga, der trotz der drei freigewordenen Plätze im Unterhaus in schöner Regelmäßigkeit den TCR übergangen hatte, berichteten wir mehrfach.
Fakt ist: Der eigentlich sportlich abgestiegene, baden-württembergische Verein ist in dieser Spielzeit doch dabei, ebenso wie der TC SW Neckarau, der als Zweitletzter der Vorsaison anno 2007 unter “normalen“ Bedingungen ebenfalls in der Oberliga hätte aufschlagen müssen. Doch normal verlief in den vergangenen Monaten ja beinahe nichts, und so schlagen in diesem Jahr in einem 9er Feld die zwei angesprochenen, eigentlich sportlichen Absteiger und zwei Aufsteiger - neben dem TCR noch Wiesloch - in Liga zwei auf.
Gegen die Großstädter aus dem Ländle, die wie der Gastgeber als Saisonziel ebenfalls den Klassenerhalt auserkoren haben, erwartet Bohlender ein hartumkämpftes Match. „Auch wenn sie im letzten Jahr am Ende auf einem Abstiegsplatz standen, werden sie mit Sicherheit eine ordentliche Truppe aufs Feld schicken. Wie stark die einzelnen Spieler jedoch tatsächlich sind, ist im Vorfeld schwer einzuschätzen“, so der Förderkreisvorsitzende, zumal die unberechenbaren Schwaben am letzten Wochenende spielfrei hatten und in der kleinen Gemeinde Römerberg erstmals in dieser Runde ihr Können unter Beweis stellen werden.
Um den ersten Heimsieg morgen unter Dach und Fach zu bringen, plant Bohlender die Premiere seiner beiden neuverpflichteten Spitzenspieler Laurent Recouderc, der derzeit an Position 162 im ATP-Ranking geführt wird und einst im Junioren-Finale der French Open stand, und Juan-Antonio Marin aus Spanien (ATP 328), der vor Jahren sogar zu den 50 weltbesten Tennisprofis zählte. Somit löst Bohlender sein Versprechen ein, bei Heimspielen den treuen Fans regelmäßig zwei der insgesamt acht “Neuen“ präsentieren zu wollen. Schließlich wolle man den Klassenerhalt in erster Linie zuhause sichern. Dazu beitragen soll am 2. Spieltag außerdem Neuzugang Jerome Becker, der im Gegensatz zu Recouderc und Marin, die in dieser Woche beim ATP Turnier in Kitzbühl weilen (Marin ist inzwischen in der Qualifikation gescheitert, Recouderc steht hingegen im Hauptfeld in der 1. Runde), bereits in Windhagen seine Premiere für den TC gefeiert hatte. Auf den Positionen 4 bis 6 sollen mit Julien Mathieu, Julian Gast und Thorsten Wolff drei altbekannte Gesichter folgen.
„Diesen Spielern sollte es in jedem Falle gelingen, den Gegner in die Knie zu zwingen. Wenn es auch schwer wird, so erwarte ich doch einen Sieg“, so Bohlender weiter, der von der nötigen Qualität seiner Spieler überzeugt ist und auf ein 4:2 nach den Einzeln hofft. „Ich gehe aber davon aus, dass die Entscheidung erst in den Doppeln fällt.“
Bedauerlich findet er indes die Einstufung des dänischen Neuzugangs Martin Pedersen seitens der ATP, die den aufstrebenden jungen Spieler (derzeit an Position 402 in der Welt) aus unerfindlichen Gründen nur an 9. Stelle eingeordnet hat. Dies findet Bohlender „schade, denn weiter vorne wäre er für uns viel wichtiger gewesen als auf den hinteren Positionen.“
Die hinteren Positionen in der Tabelle möchte man an diesem Wochenende auf jeden Fall verlassen, die Mannschaft habe gut trainiert und sei fit und gewillt, die Auftaktpleite gegen Windhagen wettzumachen und ein klareres Bild der Tabelle zu zeichnen, die nach dem ersten Spieltag noch ohne große Aussagekraft ist.
Ob Stuttgarts Spitzenspieler Michael Berrer, in der Weltrangliste aktuell an 83 stehend, seine Mannschaft nach Römerberg begleiten kann, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Denn der deutsche Daviscup-Spieler spielt derzeit in Indianapolis, wo er nach seinem überraschenden Sieg gegen den an 7 gesetzten Lokalmatadoren Robby Ginepri, der das Turnier 2005 gewann, beim mit 525000 US-Dollar dotierten ATP-Turnier in der nächsten Runde steht. Dort trifft der in Stuttgart geborene Linkshänder auf den 250 Ränge hinter ihm platzierten japanischen Qualifikanten Nishikori, gegen den er gute Siegchancen haben dürfte. Somit ist ein Einsatz des Schwaben, der auch schon in der Vorwoche beim ATP-Turnier in L.A. im Viertelfinale gestanden und dort erst gegen Nikolas Kiefer verloren hatte, wohl eher unwahrscheinlich.
Auch auf ihre etatmäßige Nummer 2, den irischen Davis-Cup-Spieler Louk Sorensen, müssen die Stuttgarter im ersten Auswärtsspiel verletzungsbedingt verzichten. In der Familie scheint derzeit die Seuche umzugehen, denn auch der an Position 5 gemeldete, ältere Bruder von Louk, Kevin, wird für die Begegnung nicht zur Verfügung stehen.
Jakub Herm-Zahlava könnte daher an diesem Wochenende an Position 1 auflaufen und würde somit auf Laurent Recouderc treffen. Herm-Zahlava hatte im Jahr 2003 auch schon einmal Position 194 eingenommen, derzeit ist er aber weit von solchen Sphären entfernt, er ist kein aktiver Tourspieler mehr und nahm in den letzten beiden Jahren an einem einziges Turnier teil. Gegen diesen Kontrahenten sollte der Franzose, einst unter den Top 20 in der Juniorenweltrangliste geführt und “voll im Saft“ stehend also gute Siegchancen haben.
Des weiteren könnten Daniel Stöhr, Dirk Britzen, Yannick Maden, Konstantin Härle-Zettler oder aber Daniel Krajnovic, einziger Ausländer in einem Team, das seit Jahren auf deutsche Spieler baut, zum Einsatz kommen. Mit Patrick König, Sasa Gregurincic, Daniel Coupek, Hendrik Eisenmann und Dominique Maden könnten weitere Spieler in Römerberg auflaufen. Auch diese Namen dürften den meisten zunächst einmal nichts sagen, doch dies tut der Spannung keinen Abbruch. In jedem Fall gehen die Gastgeber leicht favorisiert in diese Partie, was auch an den aktuellen Weltranglistenpositionen der einzelnen Akteure abzulesen ist.
Es wird sich zeigen, wer sich am Ende durchsetzt, in jedem Fall wird die Region auch nach dem Ende der Römerberg Open weiterhin mit Tennis der Spitzenklasse verwöhnt. Bleibt zu hoffen, dass viele Zuschauer den Weg zur schönen Anlage finden, um diesem für den Verein historischen Augenblick beizuwohnen und die Gastgeber bei ihrem ersten Heimspiel in der 2. Tennis-Bundesliga lautstark zu unterstützen.
Tobias Anton
TC Römerberg – TEC Waldau Stuttgart
RÖMERBERG. Der Förderkreisvorsitzende des TC Römerberg, Hubert Bohlender, sowie das gesamte Umfeld des Clubs fiebern der Heimpremiere ihrer Mannschaft in der Zweiten Bundesliga entgegen. Gegen den Traditionsclub TEC Waldau Stuttgart möchte der kleine Dorfverein morgen, ab 13.00 Uhr, den ersten Sieg landen und ein völlig neues Kapitel in der 35-jährigen Vereinsgeschichte aufschlagen.
„Wenn wir nicht schon nach dem zweiten Spieltag unter Druck geraten wollen, müssen wir Stuttgart unbedingt schlagen. Deshalb hat die Mannschaft auch ein etwas anderes Gesicht als bei unserem Auftaktspiel in Windhagen, das wir zwar verdient aber etwas zu hoch verloren. Wie versprochen wollen wir unseren Zuschauern auf unserer Anlage hinter dem Hallenbad Weltklasse-Tennis bieten“ berichtet Bohlender.
Auf Mannschaftsposition eins gibt Laurent Recouderc sein Debüt. Der junge Franzose arbeitete sich in den letzten Monaten mit glänzenden Erfolgen auf Rang 226 der Weltrangliste vor. In Roland Garros, Paris, zog er beim Grand-Slam-Turnier in Runde zwei ein und scheiterte schließlich in einem hart umkämpften Viersatz-Match nur knapp an dem aufstrebenden Serben Novak Djokovic, Nummer 6 der Weltrangliste. Turniersiege feierte er bei den ITF-Futures in Ägypten, Großbritannien und Algerien. Vom ersten Auftritt des 21-Jährigen dürfen die Zuschauer einiges erwarten. Zu einem Duell mit der Stuttgarter Nummer eins, dem deutschen Weltklassespieler Michael Berrer, 83. der Welt, kommt es allerdings nicht, weil sich der Schwabe auf ATP-Tour in den Vereinigten Staaten aufhält.
Im deutschen Tennis kein Unbekannter ist die Nummer zwei der TCR-Meldeliste, Juan Antonio Marin Der Spanier schlug mehrere Jahre für verschiedene Bundesligisten auf, darunter auch GW Mannheim. Mittlerweile zählt der Profi zwar 32 Lenze, doch seine Erfahrung sollte laut Bohlender zum Punktgewinn ausreichen.
Ob Neuzugang Jerome Becker die Mannschaftsposition drei einnimmt, ist fraglich, da sich der Mannheimer in Windhagen eine leichte Zerrung zuzog. Wer den 22-Jährigen kennt weiß, dass er auf seinen Einsatz brennt. Julien Mathieu, der Profi aus Metz, trainiert seit gestern mit der Mannschaft und ist auf jeden Fall dabei. Auf ihn hält Coach Bohlender große Stücke: „In Windhagen bot Julien phasenweise hervorragendes Tennis. Nach meinem Eindruck ist er noch stärker einzuschätzen als im Vorjahr“. Die Römerberger Fans wird’s freuen.
Julian Gast ist ebenfalls eine feste Größe in den Planungen des Funktionärs. Mit seinen stärksten Waffen, dem gewaltigen Aufschlag und einer krachenden Vorhand, ist der Eppelheimer für jeden Gegner gefährlich. Zum Kader zählen ferner die bewährten Kräfte Thorsten Wolff, Benedict Halbroth und Rares Georgescu. Der Coach hat die Qual der Wahl und will sich erst kurz vor Spielbeginn aus seine Nummer sechs festlegen. Markus Hornung plagen weiterhin Bandscheibenprobleme. Sein Einsatz ist ausgeschlossen.
Seit 23 Jahren bekleidet Thomas Bürkle die Position des Geschäftsführers bei Waldau Stuttgart und gehört als Sprecher der Bundesliga-Damen auch dem Ausschuss für Bundesligen an. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ teilte er mit, dass sein Team nur mit deutschen Spielern und Eigengewächsen antritt. „Wir wollen aus eigener Kraft die Klasse halten und hoffen, dass es gut für uns läuft. In Römerberg wird es ganz schwer, denn mit der Aufstiegs-Euphorie und den begeisterten Zuschauern im Rücken, wird die Mannschaft gewiss alles daran setzen, uns zu schlagen. Wir haben unsere Chance, viel wird davon abhängen, welche Besetzung Römerberg aufbietet“.
Freien Eintritt, wie zu Oberligazeiten, haben Club-Mitglieder sowie Schüler und Studenten, Nichtmitglieder 5 Euro.
Manfred Scherer
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