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Berichte zum sechsten Spieltag beim TC SW Neckarau
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Starker Recouderc
TENNIS: TC Römerberg siegt 8:1-Erfolg in Neckarau
MANNHEIM (dsch). Im kurpfälzischen Zweitliga-Derby kam der Tennisclub Römerberg gestern mit einem 8:1-Erfolg bei TC Schwarz-Weiß Neckarau dem Klassenerhalt ein Stück näher.
Die Partie hatte eine delikate Note, ging es doch in einer monatelangen Hängepartie am „grünen Tisch“ für beide Vereine um einen Zweitliga-Platz. Neckarau, Vorletzter der vergangenen Saison, wollte drin bleiben und Römerberg, Zweiter der Relegationsrunde wollte hoch. Viel wurde in den Verbandsgremien diskutiert - Neckarau oder Römerberg? Wer darf, wer nicht, oder dürfen beide? Spät zwar, aber immerhin noch rechtzeitig entschied der Deutsche Tennis-Bund eine knappe Woche vor Rundenbeginn, dass beide dürfen. Die sportlich fairste Lösung ließ sich der DTB 12.000 Euro kosten. Als Zuschuss für die Vereine, die nun einen Spieltag mehr zu bestreiten haben.
Beide Team-Manager wiegelten im Vorfeld ab und spielten die Brisanz der Begegnung herunter: „Wir freuen uns auf das Spiel, das ganze Hin und Her ist abgehakt. Unsere volle Konzentration gilt einzig dem Sport und dem Klassenerhalt“ sagte Neckaraus Coach Henrik Arnold. Römerbergs Förderkreis-Vorsitzender Hubert Bohlender schlug in die gleiche Kerbe: „Das ist alles Schnee von gestern. Wir wollten niemandem schaden, uns ging´s um fairen und gerechten Sport. Die letzte Entscheidung des DTB finde ich absolut in Ordnung“.
Nach dem überraschenden 5:4-Coup beim Sportpark Windhagen, hoffte Neckarau auf weitere zwei Zähler im Abstiegsderby, doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Zu stark und zu ausgeglichen präsentierte sich das Pfälzer Team. Dem TCR-Gespann Bohlender/Markus Hornung gelang es in letzter Minute, die Mannschaft mit Laurent Recouderc (Frankreich), Juan-Antonio Marin (Spanien) und Martin Pedersen (Dänemark) zu verstärken.
Arnold beklagte den Ausfall von Top-Spieler Marcelo Charpentier (Argentinien): „Seine kurzfristige Absage war heute eine entscheidende Schwächung. Alle rückten um eine Position vor, ein nicht auszugleichendes Handicap, insbesondere nachdem Römerberg mit drei starken Ausländern aufgerüstet hatte“.
Römerbergs Spitzenakteur, Laurent Recouderc, inzwischen auf Weltranglistenposition 201 vorgerückt, ließ das völlig unbeeindruckt. Gegen Phillip Gründler demonstrierte der Franzose seine große Klasse. Auf flinken Beinen, mit einem guten Auge für die Situation, ließ er dem keineswegs enttäuschenden Gründler keine Chance. Recouderc bewies bei Stops ein glänzendes Ballgefühl, variierte geschickt das Tempo und schien die Schläge seines Kontrahenten zu erahnen. Slice-Bälle und peitschende Vorhandschläge wechselten einander ab. Der 20-Jährige aus Toulouse konnte es sich leisten, auch sehenswerte Kabinettstückchen einzustreuen. Mit einem Vorhand-Passierschlag beendete er die ungleiche Partie zum 6:1, 6:2-Erfolg.
Markus Hornung, frisch vermählter Kapitän des Siegers, möchte von Klassenerhalt noch nichts wissen: „Das war heute ein ganz wichtiger Sieg für uns. Ich rechne mit drei Absteigern, deshalb benötigen wir unbedingt noch einen Sieg, um auf der sicheren Seite zu sein“.
So spielten sie
Einzel: Phillip Gründler - Laurent Recouderc 1:6, 2:6, Ludovic Walter - Juan-Antonio Marin 2:6, 6:7 (5), Jermemy Blandin - Jerome Becker 2:6, 2:6, George Cosac - Julien Mathieu 3:6, 5:7, Matthias Pawlik - Julian Gast 4:6, 6:7 (4), Daniel Steinbrenner - Martin Pedersen 5:7, 5:7.
Doppel: Walter/Blandin - Recouderc/Becker 6:3, 2:6, 6:2, Gründler/Steinbrenner - Mathieu/Benedict Halbroth 6:4, 2:6, 4:6, Cosac/Pawlik- Pedersen/Thorsten Wolff 2:5 (Aufgabe Cosac).
(dsch)
Däne aus Finnland an den Neckar
TENNIS: Zweitligist TC Römerberg verschafft sich mit 8:1-Erfolg Luft
MANNHEIM. Noch ist der Abstiegskampf in der Zweiten Bundesliga nicht endgültig entschieden. Doch mit dem 8:1-Erfolg beim ebenfalls abstiegsgefährdeten TC Schwarz-Weiß Neckarau verschaffte sich der TC Römerberg mit drei Siegen und ausgeglichenem Punktekonto von 6:6 etwas Luft.
Das brisante Rhein-Neckar-Derby wollten bei strahlendem Tennis-Wetter etwa 400 Zuschauer miterleben, davon knapp die Hälfte aus Römerberg. Insbesondere die Schlachtenbummler aus der Pfalz sollten ihr Kommen beim ersten Auswärtssieg nicht bereuen..
Es herrschte Großkampfstimmung auf der Anlage am Niederbrückl. Trotz der großen Bedeutung der Begegnung gingen beide Parteien äußerst fair miteinander um. „An der Atmosphäre war nichts auszusetzen. Zuschauer und Offizielle behandelten uns fair und zuvorkommend. Der Sieg, so hoffe ich jedenfalls, war ein Meilenstein zum Klassenerhalt“ bilanzierte Team-Chef Hubert Bohlender.
Zur 1:0-Führung punktete Julien Mathieu, der den 39-jährigen früheren rumänischen Davis-Cup-Spieler George Cosac 6:3, 7:5 nieder hielt. Mit gefühlvollen Stops brachte er den leicht übergewichtigen und in die Jahre gekommenen Cosac immer wieder zum Laufen und legte damit den Grundstein zum Erfolg. 2:0 lag der Franzose im zweiten Satz vorne, doch dann nahm er sich im Gefühl des sicheren Sieges eine „Auszeit“. Nach 2:4-Rückstand zog er die Zügel wieder an.
Das 2:0 sicherte Juan-Antonio Marin. Der Spanier und sein Kontrahent Ludovic Walter lieferten sich packende Grundlinienduelle, meistens mit dem besseren Ende für den Römerberger. Schnell lag Marin 3:0 in Front und holte sich fast mühelos den ersten Durchgang 6:2. Auch in Abschnitt zwei lag der 32-Jährige mit seinem präzisem Grundlinienspiel und vielen Linienbällen erneut 3:0 und 4:1 vorne, doch dann verlor er den Faden und Walter kam zum 4:4 heran. Beide gewannen in der Folge ihre Aufschlagspiele. Beim 2:3-Rückstand im Tiebreak holte Marin einen nahezu aussichtslosen Stopball und verwandelte zum 3:3. Erstmals reckte er kämpferisch die Faust zum Himmel, die Wende zum 7:5-Tiebreak-Erfolg war geschafft.
Den dritten Punkt steuerte der erstmals eingesetzte Martin Pedersen mit 7:5, 7:5 gegen Daniel Steinbrenner bei. Der junge Senkrechtstarter arbeitete sich innerhalb eines Jahres von Weltranglistenposition 1528 auf 398 vor. Von dem Drumherum auf der Neckarauer Anlage war Pedersen sehr angetan: „Ich habe heute mein erstes Mannschaftsspiel in Deutschland bestritten und bin total überrascht über die tolle Atmosphäre mit derart vielen und begeisterten Zuschauern. Die Umstellung von den Hartplätzen beim Turnier in Tampere/Finnland auf Sand fiel mir etwas schwer, aber heute zählt nur der Sieg“.
„Hochzeiter“ Markus Hornung bedauert die niedrige Einstufung des Dänen durch den Deutschen Tennis-Bund: „Die Regeln heben auf einen bestimmten Stichtag im März ab. Und damals war er noch einige hundert Plätze weiter hinten, sodass wir nichts gegen die Einstufung einwenden können“.
Nachdem zwischendurch Spitzenspieler Laurent Recouderc das Ergebnis auf 4:0 erhöht hatte, blieb es Jerome Becker in seiner Heimatstadt vorbehalten, den entscheidenden Siegpunkt einzufahren. Sein Gegner Jeremy Blandin war beim 6:2, 6:2 chancenlos. Grundsolide spielte der 22-Jährige seinen Patt herunter, wartete geduldig auf seine Chancen und verwandelte sicher. Schnell erkannte Becker die Rückhandschwäche des Linkshänders und nutzte dies taktisch geschickt aus. „Ich hatte etwas mehr Gegenwehr erwartet, nachdem Blandin in Windhagen gegen Carry gewann. Mit meinem Spiel bin ich heute sehr zufrieden, die Aufschläge klappten gut und mein taktisches Konzept ging voll auf“ erläuterte Becker.
„Vorhand-König“ Julian Gast sicherte mit seinem hart erkämpften 6:4, 7:6-Sieg gegen Matthias Pawlik das 6:0. Spielentscheidend waren wieder einmal seine krachenden Vorhänder und die riesigen Aufschläge. Typisch die beiden letzten Bälle: Ein Aufschlagknaller und eine Vorhandpeitsche beendeten das Match zum 7:4 im Entscheidungsspiel.
Doppelpunkte holten Mathieu/Benedict Halbroth (4:6, 6:2, 6:4) und Pedersen/Thorsten Wolff, deren Gegner Cosac bei 5:2-Führung für die Römerberger aufgab.
„Glückwunsch an die Mannschaft zu diesem deutlichen Sieg. Wir haben damit bewiesen, dass wir zu Recht in die Zweite Bundesliga eingestuft wurden und sportlich mithalten können“ sagte der strahlende TCR-Vorsitzende Peter Egelhof. (dsch)
TC Römerberg sichert mit Auswärtssieg in Neckarau schon beinahe den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga – Mannheimer in den nächsten drei Begegnungen zum Siegen verdammt
Am gestrigen Sonntag feierte die 1. Herrenmannschaft des TC Römerberg in der 2. Bundesliga Süd einen triumphalen Sieg, beim stark ersatzgeschwächten TC Schwarz-Weiß Neckarau gelang der Mannschaft ein deutliches 8:1, wobei den Gästen bereits nach der 6:0 Führung nach den Einzeln der Gesamterfolg nicht mehr zu nehmen war. Für die Zähler gegen den Abstiegskonkurrenten sorgten die vier Neuzugänge Laurent Recouderc, Juan-Antonio Marin, Jerome Becker sowie Martin Pedersen bei seinem Saisondebüt, des weiteren punkteten die bewährten Kräfte Julien Mathieu und Julian Gast. Nach dem Sieg dürfte dem TCR der Klassenerhalt wohl kaum noch zu nehmen sein, für die Neckarauer hingegen wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner.
Im Vorfeld der Partie wurde noch vermutet, dass die Gäste im wichtigen Auswärtsduell ohne jeglichen Neuzugang würden auskommen müssen, Teamchef Hubert Bohlender erklärte jedenfalls im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er, wenn überhaupt, lediglich auf einen seiner kurz vor Saisonbeginn verpflichteten Spitzenkräfte hoffe. „Ich will in Neckarau unbedingt gewinnen“, hatte er die Marschroute für das Duell in Mannheim ausgegeben, und, von unbedingtem Siegeswille angetrieben, war es dem umtriebigen Manager am Ende ganz offensichtlich doch noch gelungen, gleich drei „dicke Fische“ auf einmal an Land zu ziehen, die dabei helfen sollten, den anvisierten Erfolg unter Dach und Fach zu bringen.
Für den ersten Sieg der Römerberger sorgte an diesem Tag “Speedy“ Julien Mathieu, der es in seiner Begegnung mit dem ehemaligen rumänischen Daviscup-Spieler George Cosac mal wieder eilig hatte. Nach knapp 90 Minuten war die Partie beendet, 6:3 und 7:5 hieß es am Ende für den Franzosen. Bei seinem Sieg zeigte er über die gesamte Spielzeit das konstantere, variablere Spiel und scheuchte seinen inzwischen 39 Jahre alten, leicht übergewichtigen Gegner mit platzierten Schlägen über die rote Asche. Geduldig baute Mathieu seine Punktgewinne von der Grundlinie auf, der konditionell unterlegene Cosac hingegen wusste, dass er bei langen Rallyes von der Grundlinie nicht würde mithalten können und war daher auf schnelle Punktgewinne erpicht. Durch sein risikoreiches Spiel produzierte der älteste, regelmäßig eingesetzte und seit 11 Jahren für Neckarau spielende Akteur aber auch mehr sogenannte unforced errors, also Fehler ohne Not.
Im ersten Durchgang genügte dem exzellent aufgelegten Franzosen ein einziges Break zum Satzgewinn, beim Stande von 3:2 hatte er seinem Kontrahenten den Aufschlag abgenommen. In der Folge hielten beide Spieler ihren Service, am Ende gewann der Franzose mit 6:3.
Gleich zu Beginn des 2. Satzes durchbrach Mathieu den Aufschlag Cosacs, die 2:1 Führung sollte jedoch nicht lange halten, denn dem Rumänen gelang das direkte Re-Break gegen den in dieser Phase unkonzentriert wirkenden Römerberger, der nun zu oft mit sich und seinem Spiel haderte. Beim Stande von 4:4 und Aufschlag Cosac jedoch sollte Mathieu mit einem schönen Stoppball – einen Schlag, den er gegen den läuferisch nicht so starken Gegner häufig erfolgreich einsetzte - seinen zweiten Breakball zur 5:4 Führung nutzen, im Anschluss schlug er zum Matchgewinn auf. Die erste Chance ließ er noch ungenutzt, Cosac kämpfte sich nochmals in die Partie zurück und schaffte das Break zum 5:5 Ausgleich. Der Franzose konterte seinerseits postwendend, schaffte selbst das Break zur 6:5 Führung und hatte somit zum zweiten Mal die Gelegenheit, die Partie bei eigenem Aufschlag zu beenden. Ein zweites Mal sollte er sich die Chance zum Sieg nicht nehmen lassen, den ersten seiner drei Matchbälle verwandelte er schließlich souverän mit einem Ass zur 1:0 Führung für die Gäste aus der Pfalz.
Im Anschluss ließ sich auch der neuverpflichtete, an Position 2 auflaufende Spanier Juan-Antonio Marin nicht lumpen und legte gegen seinen französischen Kontrahenten Ludovic Walter nach. 6:2 7:6 gewann der Gastspieler, der 1999 schon einmal Position 55 in der Welt eingenommen hatte, gegen den sonst an Position 9 gemeldeten, letztlich überforderten Walter, der der Routine des Spaniers nur zeitweise gewachsen war.
Vor allem zu Beginn des ersten Satzes wurde der Neckarauer regelrecht überrollt vom Spanier, der loslegte wie die Feuerwehr und schnell mit 3:0 und Break vorne lag. Walter verkürzte dank seines ersten Breaks zwischenzeitlich zum 2:3, doch danach zog Marin das Tempo wieder an, mit seinen langen, platziert geschlagenen Bällen setzte er den Gegner wieder unter Druck, schaffte seinerseits das Re-Break und führte danach mit 5:2. Nach dem Seitenwechsel gelang es ihm dann ein weiteres Mal, seinem Kontrahenten den Aufschlag abzunehmen, 6:2 hieß es am Ende.
Im zweiten Durchgang dann Duplizität der Ereignisse, Marin führte mit Break abermals früh mit 3:0 und 4:1, dann jedoch riss wohl ein wenig der Faden, denn dem 24-jährige Heimspieler gelang im 7. Spiel des Satzes das Break, kurz darauf hatte er zum 4:4 ausgeglichen, wobei er selbst mit seinen schnellen Grundlinienschlägen punkten konnte. In der Folge sollten beide ihre Aufschlagspiele halten, der Tie-Break musste für die Entscheidung sorgen. Hier ging es wieder hin und her, das Spiel war nun ausgeglichen bis zum 4:4, doch dann führte Marin plötzlich 6:4 und hatte zwei Matchbälle. Den ersten konnte der tapfer kämpfende Walter noch abwehren, doch den zweiten verwandelte der 32 Jahre alte, erfahrene Spanier, der den Sieg am Ende auch seiner Routine zu verdanken hatte, mit seinem besten Schlag, der Vorhand cross, zum Sieg.
Die Führung ausbauen konnte danach Martin Pedersen, der in dieser Runde erstmals für den TCR zum Schläger griff und mit dem wichtigen Sieg zum 3:0 Zwischenstand einen gelungenen Einstand bei den Gästen feierte. Auch ihn, den Dänen mit den feuerroten Haaren, hatte Bohlender kurzfristig aus dem Hut gezaubert, der 20-jährige Skandinavier besiegte in seiner Partie den aufopferungsvoll kämpfenden Daniel Steinbrenner mit 7:5 7:5.
Beide lieferten sich eine interessante Begegnung, es war ein Match zweier unterschiedlicher Charaktere: auf der einen Seite der ruhige, sachliche, stets die Nerven bewahrende Mann aus dem hohen Norden, der in der Welt derzeit bereits Position 400 einnimmt und für die Gäste gestern auf Position 6 (!) auflief, auf der anderen Seite der heißblütige, emotionale 28-jährige Neckarauer, dessen druckvolles, temperamentvolles Spiel stets für beste Unterhaltung sorgt. Beide schenkten sich nichts, am Ende jedoch sollten Pedersen in den entscheidenden Matchphasen einfach die big points gelingen, Steinbrenner, der vor allem im zweiten Durchgang zahlreiche Breakchancen ungenutzt ließ, sollte am Ende wohl vor allem aufgrund des schwächeren Nervenkostüms den Kürzeren ziehen. Dabei hatte er im zweiten Durchgang nach mehreren erfolglosen Anläufen Pedersens Aufschlag gebreakt, im wichtigen siebten Spiel war im das Break zur 4:3 Führung mit einem Schlag auf die gegnerische Grundlinie geglückt. Der unermüdlich kämpfende, sich selbst immer wieder lautstark anfeuernde Steinbrenner hatte hier das Glück des Tüchtigen, doch der so hart erkämpfte Vorsprung sollte bereits beim nächsten Aufschlagspiel wieder dahin sein, denn Steinbrenner zeigte Nerven und gab sein bis dahin so starkes Service aufgrund zweier Doppelfehler in Folge wieder leichtfertig ab. Beim Stande von 5:6 schlug Steinbrenner dann abermals auf, auch in diesem Spiel machte er in einer entscheidenden Phase einen Doppelfehler zum 15:40. Nach Abwehr des ersten Matchballs nutzte Pedersen, der zuvor wochenlang bei Hartplatz-Turnieren im Einsatz war und dem die abrupte Umstellung auf Sand einige Mühe bereitete, seine zweite Chance mit einer krachenden Vorhand zum verdienten Sieg.
Spitzenspieler Laurent Recouderc, ehemaliger Finalist bei den French Open der Junioren und derzeit an Position 164 in der Welt, ließ in seinem Match gegen Neuzugang Philipp Gründler keinerlei Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen sollte. Beim 6:1 6:2 Erfolg verdeutlichte der Franzose einmal mehr, dass er in der 2. Liga praktisch in einer anderen Liga als seine Gegner spielt. Auch Gründler hatte an diesem Tag eigentlich eine gute Leistung gezeigt, er hatte gekämpft und - im Rahmen seiner Möglichkeiten - alles gegeben. Doch gegen das konstante, variable, druckvolle Spiel des Römerberger Neuzugangs war kein Kraut gewachsen. Der Franzose glänzt darüber hinaus mit einem guten Auge, er besitzt höchste Spielintelligenz und ein außergewöhnliches Ballgefühl, dazu ist er äußerst beweglich. Bohlender ist mit seiner Verpflichtung zweifellos ein großer Coup gelungen.
„Eigentlich hatte ich heute nicht so einen guten Touch wie noch vor 2 Tagen bei der Niederlage in München“, zeigte sich Römerbergs Jerome Becker selbstkritisch nach seinem Match gegen den Franzosen Jeremy Blandin. „Dafür kann ich aber mit meiner taktischen Leistung durchaus zufrieden sein“, zog er doch noch etwas Positives für sich aus der Partie heraus.
Zurecht, denn das junge Talent auf Seiten der Gäste konnte durchaus mit der gestrigen Leistung zufrieden sein, das 6:2 6:2 jedenfalls spricht eine deutliche Sprache. Becker hatte bisweilen exzellentes Tennis geboten, dass er der eigenen Leistung so kritisch gegenüberstand verdeutlicht nur, welch hohe Ansprüche der in Mannheim wohnende Spieler an sich selbst stellt.
In beiden Durchgängen gelangen Becker jeweils zwei Breaks, seinen eigenen Aufschlag musste er kein einziges Mal abgeben. Er spielte an diesem Tag sein gewohntes, grundsolides Spiel, er spielt bisweilen nicht sonderlich spektakulär, dafür aber mit Köpfchen. Mit viel Spielintelligenz und wenigen eigenen Fehlern erarbeitete er sich auch gestern seine Punktgewinne gegen den schlaksigen, 25-jährigen Linkshänder aus Frankreich. Mit einem Ass verwandelte Becker schließlich seinen ersten Matchball zum völlig verdienten Erfolg, der dem Team nicht nur die 5:0 Führung, sondern den vorzeitigen Gesamtsieg bescherte.
Nach Julian Gasts anschließenden 2-Satz-Sieg gegen Matthias Pawlik führten die Gäste dann sogar mit 6:0. Beim 6:4 7:6 überzeugte der Eppelheimer über weite Strecken der Partie, insbesondere auf seine stärksten Waffen, die Vorhand sowie die krachenden Aufschläge, konnte sich Gast abermals verlassen. Schell lag er im ersten Satz mit 5:2 vorne, bereits im Auftaktspiel des ersten Satzes gelang Gastspieler Gast dabei das erste Break gegen den Neckarauer, der bei eigenem Service beim Stande von 2:4 ein erneutes Break hinnehmen musste. Danach verkürzte Pawlik nochmal auf 4:5, doch anschließend ließ Gast bei eigenem Aufschlag nichts mehr anbrennen und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:4. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein ausgeglichenes Match, beim Stand von 4:4 gelang Gast das wichtige Break zum 5:4. Bei eigenem Aufschlag konnte er das Match beenden, doch Pawlik gelang tatsächlich noch der Ausgleich. Schließlich hielten beide Spieler ihre jeweiligen Aufschlagspiele und der Tie-Break musste die Entscheidung herbeiführen. Am Ende sollte Gast die Oberhand behalten, symptomatisch für sein Spiel beendete er die Partie mit seinem Paradeschlag, einer krachenden Vorhand, und ließ sich von den knapp 100 mitgereisten Römerberger Schlachtenbummlern zurecht feiern.
In den darauffolgenden Doppeln gelang den Schwarz-Weißen dann wenigstens noch der Ehrenpunkt, die französische Paarung Walter/Blandin konnte Recouderc/Becker mit 6:3 2:6 6:2 in die Knie zwingen. Die Gäste dürften diese einzige, bedeutungslose Niederlage des Tages indes verkraften können, zumal im Anschluss Julien Mathieu und der im Einzel pausierende Benedict Halbroth gegen Gründler/Steinbrenner in 3 Sätzen gewinnen konnten, und auch das dritte Doppel der Gäste Pedersen und Thorsten Wolff steuerte einen weiteren Punkt zum klaren Auswärtssieg bei.
„Ich bin heute natürlich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, wir liegen in unseren Planungen bislang 100 Prozent im Soll,“ verkündete Bohlender nach der Partie im Gespräch mit unsere Zeitung. „Dennoch ist der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern, wir müssen jetzt nächste Woche in den beiden Heimspielen mit voller Konzentration nachlegen.“
Dazu wolle er auch in der kommenden Woche eine Topmannschaft aufs Feld schicken, um den treuen Fans zum Abschluss zuhause noch einmal mit Tennis vom Feinsten zu verwöhnen. Es werden die letzten beiden Spiele des Teams in der 2. Liga sein – zumindest in diesem Jahr. Denn die Chancen, im nächsten Jahr 2008 weiterhin im Unterhaus zu spielen, sind durch den gestrigen Sieg schlagartig gestiegen. (Ant)
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