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Blamage des TC BW BASF Ludwigshafen
Eine Blamage: von Udo Schöpfer
Dass der BASF TC Ludwigshafen seine Oberliga-Herren-Mannschaft abmelden musste, ist eine Blamage.
Der Klub, der alljährlich exzellente Kritiken für die Organisation der deutschen Jugendmeisterschaften einheimst, der Klub, der seine Damen in der Bundesliga hielt, der Klub, bei dem auch heute noch Steffi Graf zum Training vorbeischaut, kurz: der wichtigste Tennisverein in der Pfalz - er musste seine Mannschaft aus der Oberliga abmelden, weil das ohnehin geschwächte Team auch noch Verletzte zu beklagen hatte.
Das ist eine Blamage. Diese Blöße hätte sich der „große" BASF TC nicht geben müssen, diese Flanke hätte der Verein nicht aufmachen dürfen. Das Vorhaben, die Sponsorengelder fast komplett in die Damen-Bundesliga zu investieren, die Herren nebenher laufen zu lassen, ist misslungen. Bei der Team-Meldung wurden gravierende Fehler gemacht: Die Zeit der langjährigen Leistungsträger Gunter Kummermehr, Robert Eisele oder Thomas Rühle ist einfach vorbei. Sie haben sich gedanklich längst vom Profi-Tennis verabschiedet. Auf die Routiniers kann nicht mehr gebaut werden, das war längst klar. Fakt ist: Im Jungen-Nachwuchs kommt derzeit nicht viel nach. Um dauerhaft interessant zu bleiben, wäre die Oberliga jedoch die richtige Klasse gewesen. Diesen Anspruch muss dieser Verein einfach haben. Werbung für den Klub ist der Blitz-Rückzug nicht. Der BASF TC hat durch diese Geschichte einen schweren Image-Schaden erlitten.
SCHAEFP / SCHAEFP
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau
Datum: Nr.173
Datum: Donnerstag, den 28. Juli 2005
Seite: Nr.17
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper
„Die ganze Pfalz lacht über diesen Vorstand"
TENNIS: BASF TC Ludwigshafen meldet Oberliga-Mannschaft ab - Klub-Boss Scheuermann: Geld fließt Damen-Team zu
LUDWIGSHAFEN. Das schnelle und auch überraschende Ende der Saison: Der BASF TC Ludwigshafen hat am Samstagabend seine Herren-Mannschaft aus der Tennis-Oberliga zurückgezogen (wir informierten), trat zum Spiel beim TC Römerberg am Sonntag schon gar nicht mehr an.
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, wir saßen mit den Spielern zusammen, ich habe das nicht gern getan", sagt BASF-TC-Sportwart Otto Hertel auf Anfrage. Zu den bereits angeschlagenen Spielern Mislav Hizak (Fersensporn) und Marcelo Huthmann-Manolo (krank) kamen dann auch noch Verletzungen von Alexander Walter und Florian Simmler dazu. Gegen Mainz gab es am Samstag eine 1:8-Niederlage, nur ein Sieg im Doppel sprang heraus. Ziel war von Anfang an nur der Klassenerhalt. „Mit vier Leuten fahre ich nicht nach Römerberg", betonte Otto Hertel, für den die Absage am Samstag die „sportlich fairste Lösung" war. Der Rivale aus Römerberg fand den Zeitpunkt und die Abmeldung „skandalös" (Sportwart Hubert Bohlender).
Der BASF TC Ludwigshafen muss nun 500 Euro Strafe zahlen, steht als erster Absteiger in die Verbandsliga fest. Römerberg prüft, den BASF TC in Regress zu nehmen. Die Römerberger Spieler waren am Sonntag zu bezahlen, Zuschauereinnahmen gingen flöten, das Honorar für Schiedsrichter und Physiotherapeuten musste laut Klub angewiesen werden. „Wenn man sich noch fragt, wie man der Tennisszene schaden kann, dann hat der mit Abstand größte Klub in Rheinland-Pfalz eine Antwort gegeben", erklärte Gerd Werry, der Vorsitzende des TC Römerberg. „Mir gefällt das auch nicht", verriet BASF-TC-Präsident Horst Scheuermann. „Fast das ganze Geld, das wir verwenden dürfen, haben wir für das Damen-Team ausgegeben. Von der Planung war absehbar, dass wir nicht mehr die großen Spieler von auswärts holen. Mit Mark Nielsen haben wir gesprochen, er wollte aber für das angebotene Geld nicht spielen. Die Gelder fließen nicht mehr so üppig, alles ist etwas rauer geworden", erläuterte Scheuermann. Als Ziel formulierte er den Wiederaufstieg. Auf keinen Fall soll es ein weiteres Abrutschen in die Pfalzliga geben. Dort spielt derzeit die zweite BASF-TC-Mannschaft. „Mit mir hätte es die Abmeldung in der Form nicht gegeben", unterstrich in einem RHEINPFALZ-Gespräch Adolf Illenberger, bis 2000 Sportwart. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass dieser Vorstand kein Interesse an Leistungssport hat. Ich habe damals prognostiziert, dass wir uns irgendwann in der Pfalzliga wiedersehen", formulierte Illenberger, der mit den Herren-Teams in seiner Ägide fast immer in der Regionalliga spielte, ein Abstieg wurde postwendend korrigiert. Spieler wie der frühere Mannheimer Bundesliga-Akteur Gunter Kummermehr, Robert Eisele, Thomas Rühle, Markus Hornung, Denis Gremelmayr oder Mark Nielsen garantierten lange Zeit regionales Spitzentennis. Aber die Routiniers Kummermehr, Eisele und Rühle sind in die Jahre gekommen, spielen mittlerweile für die Jungsenioren.
„Die ganze Pfalz lacht über den Vorstand des BASF TC", sagt Illenberger und ergänzte: „Falls die Damen im nächsten Jahr absteigen sollten, dann haben wir da in Kürze dieselbe Situation." Unglücklich fand Illenberger, dass im RHEINPFALZ-Interview zwei Tage vor Saisonstart geäußert wurde, man wisse nicht, wie es weitergehe. „Das ist ungemein schade, das ist ein Verlust, der BASF TC ist ja auch so eine Art Aushängeschild für die Pfalz", sagte Wolfgang Eggers, der Präsident des Tennisverbandes Pfalz und Vize-Präsident des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz. In den unteren Ligen seien solche Abmeldungen seltener - sie fielen aber auch nicht so auf wie jetzt beim BASF TC. Der Klub hat 978 Mitglieder. Kommentar
SCHAEFP / SCHAEFP
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau
Datum: Nr.173
Datum: Donnerstag, den 28. Juli 2005
Seite: Nr.17
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