|
 |
 |
Porträt: Hans-Birger Nordström
Porträt: Hans-Birger Nordström
Nach Anfangsschwierigkeiten wunderbare Jahre in der Pfalz
TENNIS: Schwede hilft nur noch im Notfall beim Oberligisten TC Römerberg aus - Siege über Norman und Johansson - U21-Meister in der Heimat
Von unserem Mitarbeiter Manfred Scherer
RÖMERBERG. Zehn Jahre spielte Hans-Birger Nordström sein erfolgreiches Tennis in der Pfalz. 1995 erstmals in Diensten des TC Weiss-Rot Speyer und seit 1996 im Oberliga-Team des TC Römerberg, lernte der Schwede Land und Leute der Region kennen und schätzen. Die „Pension Bohlender" in Mechtersheim hat es dem 29-Jährigen angetan. Sie ist ihm zur zweiten Heimat geworden. Gemeint ist die Unterkunft im Hause des Römerberg-Open-Managers Hubert Bohlender.
„Römerberg hat eine sehr starke Mannschaft. Ich war einfach froh, wieder einmal dabei zu sein und meine Kollegen von der Bank aus zu coachen und zu betreuen. Beim ersten Oberliga-Spiel in Pirmasens, das verdammt eng war, mit dem etwas glücklichen Ende für uns, hatte ich dazu auch reichlich Gelegenheit", sagte der ehemalige Björn-Borg-Schüler nun im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Seine beruflichen Aufgaben als Berater in Sachen Betriebsfinanzierungen bei einem schwedischen Unternehmen zwangen Nordström nach der kurzen Stippvisite in Römerberg bereits schnell zur Rückkehr in seine Heimat - nicht ohne den Hinweis, dass er den Schläger für seinen TC Römerberg sofort wieder in die Hand nehmen würde, sollte er gebraucht werden: „Von Uppsala über Frankfurt wäre ich in drei Stunden in Römerberg", meinte der Tennis-Crack. Dem Team wünsche er viel Erfolg bei seinem Vorhaben, Meisterschaft und Zweitbundesliga-Aufstieg zu erringen.
Was er in Römerberg erlebt habe, schildert der 29-Jährige, sei einmalig gewesen: „Ich bin mit meinem Sport in der Welt herumgekommen, habe viele Städte und Länder gesehen und auch viele Leute kennengelernt. Meine Aufnahme in Römerberg war phantastisch. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Alle waren so wahnsinnig nett zu mir, und dafür möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken. Die wunderbare Zeit werde ich nie vergessen und gewiss immer "mal wieder zurückkommen. Denn ich habe viele Freunde hier."
Schwierig sei für ihn die Anfangsphase gewesen, da er zunächst kein Wort Deutsch gesprochen habe. Der damals in der Pfalz tätige Spielertrainer Ralf Pedersen habe Kontakte zum TC Weiss-Rot Speyer, vermittelt. Nach seinem ersten Auftritt in einem Schaukampf gegen Gunter Kummermehr im Jahr 1995 habe der erste Vorsitzende des Vereins den ahnungslosen Nordström bereits als Neuzugang vorgestellt, obwohl der von seinem Glück noch gar nichts wusste.
In einem Apartment in Lingenfeld verbrachte er seine ersten Wochen in Deutschland. Riesige Verständigungsprobleme machten ihm das Leben schwer.
Sein Freund Harald Becker vom Speyerer Club habe ihm in dieser Zeit oft hilfreich zur Seite gestanden, erinnert er sich. Als das Angebot des TC Römerberg auf ihn zukam, sagte der Skandinavier spontan zu. Dass daraus eine solch dauerhafte Verbindung entstehen sollte, ahnte er damals freilich noch nicht.
Nordström, der mit zwölf Jahren relativ spät mit Tennis begann, schlug in seiner Karriere so bekannte Spitzenspieler wie Magnus Norman und Thomas Johansson.
Die schwedische Doppel-Meisterschaft bei den Junioren 1994 und der U21-Einzel-Titel seines Landes 1995 zählen ebenso zu seinen großen Erfolgen wie die pfälzische Hallen-Meisterschaft, die für ihn ebenfalls einen hohen Stellenwert besitzt.
Bei den Junioren war er unter den Top 50 der Welt und bei den Herren unter den ersten 30 der schwedischen Rangliste.
Heute ist der Schwede noch für seinem Heimatclub Uppsala Stud IF in der ersten Liga tätig.
Dort sei aber vieles anders als in Deutschland. Die Schweden spielten nur in der Halle, und im Anschluss an das Match gebe es auch keine gemütliche Runde.
„Es wird nur Tennis gespielt, und dann geht es sofort wieder mit einem Kleinbus zurück", berichtet der Crack. Und Geld erhielten die Sportler dafür auch nicht.
Zum 30-jährigen Bestehen des Tennisclubs Dudenhofen bestritt Nordström vor einigen Tagen einen Schaukampf gegen Matthias Schmitt (TC Dudenhofen). „Auch hier habe ich nette Leute kennengelernt und neue Freunde gewonnen", sagt „HB", wie er oft von seinen Kumpels genannt wird.
Er sprang für den Speyerer Sebastian Pelgen von GW Frankenthal ein, der bei einem Turnier in Luxemburg in die nächste Runde einzog und deshalb kurzfristig absagte.
ERBACHM / ERBACHM
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Speyerer Rundschau
Datum: Nr.179
Datum: Donnerstag, den 04. August 2005
Seite: Nr.22
Präsentiert durch MSH-Web:digiPaper .
|
 |

|
|